Brigitte Bracht aus Rhoden lädt in ihren Terrassengarten ein

Grünes Paradies mit Ausblick

Rhoden (sim) - Zahlreiche Terrassengärten entstanden Mitte des 17. Jahrhunderts in Rhoden, als Fürst Georg Friedrich die Neustadt anlegen ließ. Erstmals zum „Tag der offenen Gärten“ lädt Brigitte Bracht in ihren Hanggarten ein, den sie zur blühenden Oase umgestaltet hat.

Von der Straßenseite aus lässt das rund 360 Jahre alte Fachwerkhaus kaum vermuten, dass sich auf der Rückseite ein grünes Paradies mit idyllischem Ausblick erstreckt. Von vier gestaffelten Terrassen, die mit den ortstypischen Bruchsteinmauern eingefasst sind, kann der Blick bis Stucks Forst und die Rhoder Hude schweifen. Im Garten selbst ziehen vor allem die geschwungen angelegten Rabatten die Blicke auf sich. Die Hingabe, mit der Brigitte Bracht ihren Garten hegt und pflegt, erschließt sich auf den ersten Blick. Überall blüht und sprießt es: Prächtig leuchten die letzten Tulpen und Hornveilchen, ein Stück weiter präsentieren sich Pfingstrosen neben Frauenmantel, Akelei, englischen Rosen und Prachtstorchschnabel. An der rückwärtigen Hauswand rankt ein Weinstock einträchtig neben einer Spalierbirne empor.

Das Gemüsebeet hat die Hobbygärtnerin inzwischen eingesät, ein paar Salatpflänzchen wachsen dennoch an einer geschützten Ecke. Dazwischen laden zwei Sitzecken und eine Bank, auf Sonne und Schatten verteilt, zum Betrachten und Verweilen ein. So paradiesisch wie heute sah der Garten allerdings nicht immer aus. Als das Ehepaar Bracht das Haus 1982 erwarb, fanden sie hinter dem Haus „eine Wildnis“ vor. „Ein Berg mit Bruchsteinen, rundherum nur Brennnesseln“, erinnert sich die 69-Jährige. Viel Arbeit hat es gebraucht, bis der Garten zwischen den Bruchsteinmäuerchen mit ihren alten Treppenstufen seine heutige Form erhalten hat. Mittlerweile ist Wildwuchs – in Maßen – wieder erlaubt: Auf dem unterstem Gartenabschnitt dürfen Gräser und Kräuter wachsen, gemäht wird dort erst zum Herbst hin. Auch das um eine Platane gebaute Baumhaus der Enkel und ein Nistkasten haben ihren Platz im Naturgarten, wo zurzeit eine Meisenfamilie ihren Nachwuchs aufzieht.

Zum „Tag der offenen Gärten“ am 23. und 24. Juni zwischen 10 und 18 Uhr freut sich Brigitte Bracht darauf, viele Gartenpilger in ihrem „Terrassengarten mit Ausblick“ willkommen zu heißen und mit Kaffee und Kuchen zu bewirten. Das ist auch bei Regen oder kühleren Temperaturen möglich, wenn die Hausherrin in den historischen Gewölbekeller lädt und ihren Besuchern damit gleich noch ein Stück Ortsgeschichte zugänglich macht.

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