Bedarf in zwei Jahren um zehn Prozent angestiegen

Gut 7200 Menschen im Kreis benötigen Pflege

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Mehr Menschen brauchen Pflege, doch das Personal dafür ist schwer zu finden.

Waldeck-Frankenberg. Innerhalb von zwei Jahren ist die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen im Landkreis um zehn Prozent angestiegen.

Waren 2013 noch 6559 Menschen auf Pflege angewiesen, waren es im Dezember 2015 schon 7231, teilt die Krankenkasse IKK classic mit, die Zahlen des Statistischen Bundesamts ausgewertet hat.

In Waldeck-Frankenberg ist die Entwicklung damit stärker ausgeprägt als im Landesdurchschnitt: Im Kreis stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um 10,2 Prozent, im Land um neun Prozent – dass der Bedarf in der Region ohnehin stärker ist, hat sich somit verschärft.

Die überwiegende Mehrheit der Pflegebedürftigen im Landkreis, 71,7 Prozent, wird derweil zu Hause gepflegt, in zwei von drei Fällen von der Familie. „Allerdings wird sich dieses Verhältnis in Zukunft stark verändern“, warnt Gabriele Graf-Weber, Regionalgeschäftsführerin der IKK classic: „Die Zahl der alleinstehenden Älteren nimmt zu und die potenzielle Zahl von Helfern aus dem familiären Umfeld wird abnehmen. Hier kommen auf die Gesellschaft noch große Herausforderungen zu.“

Den Bedarf an stationären Plätzen decken die Einrichtungen im Landkreis laut Medizinischem Dienst der Krankenversicherung derzeit: 2178 stehen zur Verfügung, 1996 sind belegt. 

Zu den ambulanten Pflegediensten liegen dem Landkreis keine Zahlen vor. Die Mitarbeiter im Pflegestützpunkt, seiner Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige, nehmen jedoch zunehmend wahr, dass deren Auslastung sehr hoch sei. Als Problem stellt sich vor allem dar, Personal zu finden, erklärt Cornelia Harberg, Sprecherin der Agentur für Arbeit Korbach. (wf/r)

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