Gute Bilanz nach ersten Monaten "Mobile Jugendarbeit" im Landkreis

Zuhause rausgeflogen, ohne Job, Drogenprobleme: Sie helfen und hören zu

+
Die Streetworker der Mobilen Jugendarbeit, Jan Türcke und Leyla Nickel, sind für Jugendliche da.

Waldeck-Frankenberg – Sie haben keine Unterkunft oder wurden von den Eltern rausgeworfen, haben mit Alkohol oder Drogen zu kämpfen, leiden unter psychischen Problemen oder finden keinen Ausbildungsplatz: Die neue Mobile Jugendarbeit (MoJa) richtet sich direkt an Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Seit Oktober läuft das Projekt von Jobcenter und Delta Waldeck-Frankenberg und bislang wird es gut angenommen.

Mit einem schwarzen VW-Bus sind Sozialarbeiter Jan Türcke und Leyla Nickel, Heilpraktikerin für Psychotherapie, im ganzen Landkreis unterwegs. Die beiden sprechen Jugendliche an, die in Parks oder in Parkhäusern rumlungern oder stehen mit dem Bus einfach, gut sichtbar, zu festen Zeiten an festen Orten.

Vor allem gleich am Anfang habe es viele Kontakte gegeben, sagt Jan Türcke. Mit einem Gespräch ist die Arbeit der Streetworker aber nicht getan: Sie wollen eine Beziehung aufbauen zu den Jugendlichen. „Es dauert eine gewisse Zeit herauszufinden, was sie brauchen.“ Immer wieder gibt es deshalb Gespräche. Damit die in einem geschützten Rahmen stattfinden können, gibt es den geräumigen Bus.

Dort wird über Probleme, Sorgen, Ängste und Nöte gesprochen – und ganz konkret Hilfe vermittelt. Ob zum Jobcenter, zu einem Therapeuten oder zu Drogen- oder Schuldenberatung. „Die Jugendlichen sollen wieder ein Ziel vor Augen haben“, sagt der 41-jährige Türcke. Das Angebot, das die beiden machen, ist aber freiwillig, betont seine Kollegin Leyla Nickel. Sie sprechen die Jugendlichen an, auch mehrfach, doch wer nicht möchte, muss sich nicht auf ein Gespräch einlassen. „Trotzdem war die Mitarbeit bisher gut“, sagt die 34-Jährige.

„Von unserer Seite aus ist das Projekt positiv gestartet“, sagt Dorothee Sachse vom Jobcenter, das die Mobile Jugendarbeit zusammen mit Delta Waldeck-Frankenberg umsetzt. Die jungen Menschen – an alle bis 25 Jahre richtet sich das Angebot – sollen ihr Leben wieder in geordnete Bahnen bringen und den Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Nicht nur angesichts des akuten Fachkräftemangels sieht Sachse das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Rund 120 Jugendliche sind es im Landkreis, die zur Zielgruppe der MoJa gehören – geschätzt. Wie wichtig jeder Einzelne ist, betont auch Landkreissprecher Dr. Hartmut Wecker: „Die Jugend ist unsere wichtigste Ressource.“

So sind die Streetworker zu erreichen

Die Mobile Jugendarbeit ist montags von 15 bis 17 Uhr am Korbacher Parkhaus, mittwochs von 15 bis 17 Uhr am Busbahnhof Frankenberg, am Bad Wildunger Bahnhof immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr und am Herkulesmarkt in Bad Arolsen jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr. Leyla Nickel und Jan Türcke können aber auch telefonisch erreicht werden unter 0152/337 289 47 oder 0152/320 668 21 oder per Mail an moja@delta-wa-fkb.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare