Waldeck-Frankenberg

Der gute Meister „weiß, kann und will“

- Frankenberg. In feierlichem Rahmen haben 40 junge Handwerker in der Ederberglandhalle ihre 41 Meisterbriefe erhalten. Einer wurde besonders geehrt: Der Korbacher Stefan Casper erhielt gleich zwei Meisterbriefe.

Einen Abend lang könnten sich die Jungmeisterinnen und Jungmeister wie die Stars fühlen, rief Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Göbel den 41 Jungmeistern bei ihrer Freisprechung am Freitagabend in der Frankenberger Ederberglandhalle zu und verwies auf den roten Teppich, über den sonst Größen aus Film, Fernsehen oder Politik schreiten würden. Doch eigentlich seien die neuen Aushängeschilder des Handwerks viel mehr: „Sie sind Handwerksmeister. Mehr Sein als Schein.“ Und dieser Ausspruch beschreibe treffend die Art und Weise des mittelständischen Handwerks, das in Waldeck-Frankenberg mit seinen knapp 12 500 Mitarbeitern in 2000 Betrieben einen jährlichen Umsatz von nahezu einer Milliarde Euro erwirtschafte. Die Erlangung des Meisterbriefes sei einer der wichtigsten Höhepunkte der Berufslaufbahn, sagte Göbel. „Sie stehen damit in einer Traditionslinie, die in Deutschland schon seit vielen Jahrhunderten erfolgreich währt.“ Er betone dies, weil der Meisterbrief nach wie vor das wichtigste Merkmal für die hohe, fachliche Qualität des Handwerks sei. „Als Jungmeister bilden Sie die qualitative Speerspitze unserer Berufsstände und sind wirtschaftlich gesehen Träger der sozialen Marktwirtschaft in ganz Deutschland.“Göbel gratulierte den Jungmeistern zu ihrer Entscheidung, ihre berufliche Zukunft im Handwerk gewählt zu haben. Er verwies auf das Motto des Abends: „Der Meisterbrief – das sicherste Wertpapier.“ Als Existenzgründer oder durch die Übernahme eines Betriebes hätten handwerkliche Meisterbetriebe nachweislich eine wesentlich höhere Überlebensrate als Existenzgründungen in anderen Wirtschaftsbereichen.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberger, Gerhard Brühl, überreichten Schwannecke und Göbel die gerahmten Meisterbriefe. Schwer zu tragen hatte dabei Stefan Casper. Der Korbacher erhielt gleich zwei Briefe: den des Dachdecker- und den des Klempnermeisters. Den für diese Region selten gewordenen Meisterbrief als Schilder- und Lichtreklamehersteller bekam Björn Becker aus Adorf ausgehändigt. Er hatte seine Prüfung in Freiburg sogar als Bester abgeschlossen. (rou)

Mehr lesen Sie in der Zeitungsausgabe der Waldeckischen Landeszeitung und Frankenberger Zeitung am Montag, 23. Mai, 2011.

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