Airkey vorgestellt

Hallentür per Handy öffnen: Landkreis rüstet auf digitale Schließtechnologie um

Neues System vorgestellt: (von links) Karl-Friedrich Frese, Carsten Habermann und Dirk Wilke stellten den „Airkey“ in der Hauerhalle in Korbach vor.
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Neues System vorgestellt: (von links) Karl-Friedrich Frese, Carsten Habermann und Dirk Wilke stellten den „Airkey“ in der Hauerhalle in Korbach vor.

Das Handy ist einmal mehr in einer Schlüsselfunktion. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg rüstet bei seinen Hallen auf digitale Schließtechnologie um.

Carsten Habermann, Mitarbeiter des Fachdienstes Sportkreis, tippt einen Code in sein Gerät ein und Sekunden später leuchtet das Türschloss an der Eingangstür der großen Hauerturnhalle in Korbach kurz grün auf, dann kann er die Eingangspforte öffnen.

Airkey (Luftschlüssel) heißt diese Technologie, die Habermann gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese und Dirk Wilke, stellvertretender Vorsitzender des Fachdienstes Gebäudewirtschaft, vorstellten. Für den Verein funktioniert es so: Jeder Trainer lädt sich die App aufs Handy, den Link dafür erhält er per SMS vom Sportkreis, der einen Registrierungscode zur Personifizierung vergibt, zusätzlich werden auch die jeweiligen Trainingszeiten hinterlegt.

Schon 200 Vereinsnutzer registriert

„Bei uns haben sich schon rund 200 Vereinsnutzer registriert, die mit der App arbeiten“, sagte Habermann. Die Hallentür könne man nach außen jederzeit öffnen, sodass auch ein möglicher Fluchtweg gewährleistet sei.

Der Landkreis hatte die Testphase in einer Korbacher Halle im vergangenen September begonnen, den Airkey für tauglich befunden und hat den digitalen Schließzylinder schon in einige Hallentüren einbauen lassen.

„Nach für nach sollen alle 54 kreiseigenen Hallen mit diesem digitalen Schließsystem umgerüstet werden“, sagte Frese. Darunter sind auch Gebäude, die von Schulen genutzt werden. Falls es zwei Eingänge gebe, solle die Tür für die Schule weiterhin mit einem normalen Schlüssel geöffnet werden, die Tür für die Vereine würde mit einem Airkey ausgestattet. Hat die Halle nur einen Eingang, erhalte dieser ein Digitalschloss, der dann auch von den Lehrern per Handy bedient werden müsste.

Da der Airkey mit der Funkverbindung Bluetooth arbeitet, benötigt er keine Internetverbindung. Der digitale Schlüssel bietet der Kreisverwaltung weitere Vorteile: Die Kosten für den Schließdienst entfallen, die Hallen sind immer verschlossen. Bisher wurde eine Halle nachmittags aufgeschlossen und wenn keine Gruppe kam, stand sie für jedermann offen.

Ein grünes Licht erscheint am Schloss und die Tür lässt sich öffnen.

„Wir haben auch mehr Kontrolle über die Hallennutzung“, betont Wilke. Künftig könne niemand könne mehr seine Trainingszeit ungenutzt bunkern und auch bei Schäden könne der Verursacher besser ermittelt werden. „Wir sehen jetzt, wer wirklich reingeht. Die Nachfrage nach Nutzungszeiten ist immer groß, aber die tatsächlich genutzte Zeit sieht oft anders aus“, fügt Wilke noch hinzu.

Die Kosten für den Airkey seien überschaubar, ein Zylinder koste rund 400 Euro, die Pflege übernehme die Internetplattform, hinzu kämen nur noch Lizenzkosten (Key-Creditkarten).

„Dafür haben wir eine Flat über drei Jahre“, sagte Habermann. Er wies auch darauf hin, dass ein Ferienkalender und Feiertage auf der App hinterlegt seien. Wenn ein Verein in den Ferien trainieren wolle, müsse er eine separate Berechtigung einholen. Auch an Feiertagen würde der Airkey die Tür nicht öffnen.

Wegen Corona hat der Kreis den Vereinen erstmals erlaubt, auch in den Ferien in der Halle zu trainieren. „Die Anfragen dafü hielten sich aber in Grenzen“, sagte Habermann.

Falls ein Trainer mal vor der Tür stehen sollte, der keine Berechtigung habe, könnte der Sportkreis ihm diese auch schnell aus der Ferne erteilen.

Habermann schlug außerdem noch vor, auch die Erste Hilfe-Kästen in den Hallen mit einem digitalen Schloss auszurüsten.  rsm

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