Waldeck-Frankenberg

Handwerk bleibt auf Wachstumskurs

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- Waldeck-Frankenberg (tk). Stabiler Konsum, volle Auftragsbücher: „Mehr als zufrieden“ mit der aktuellen geschäftlichen Situation ist das Handwerk in Waldeck-Frankenberg.

Zwei Stimmungsbarometer, an denen das gute Geschäftsklima abzulesen ist, stellten die Handwerkskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaft Wal­deck-Frankenberg am Donnerstag in der Werkstatt von Kfz-Meister Fritz Faupel im Bad Wildunger Stadtteil Wega vor. Jürgen Weste (Bad Wildungen), der stellvertretende Kreishandwerksmeister, verwies auf die Ergebnisse einer Blitzumfrage unter 105 Vorstandsmitgliedern aller Waldeck-Frankenberger Handwerks-Innungen. Darin wird eine „anhaltend gute Stimmung“ bestätigt. „Fachkräftemangel, steigende Rohstoff- und Energiepreise könnten diese Entwicklung jedoch negativ beeinträchtigen“, sagte Weste.

Das Handwerk stehe bereit, Bauvorhaben, die zu Energieeinsparungen in Gebäuden führen, umzusetzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien für eine wirksame Energiewende weiter voranzutreiben. Doch gerade in diesem Sektor wirke sich der Fachkräftemangel bereits aus. Laut Weste geht aus der Umfrage ebenfalls hervor, dass sich die Lebensmittelbranche in Waldeck-Frankenberg weiter gefestigt hat – „trotz Discountern und Billiganbietern“. Beim Kfz-Handwerk sei die Werkstattauslastung zufriedenstellend, verwies Weste auf entsprechende Umfrageergebnisse. Diese Beobachtung bestätigte Kfz-Meister Fritz Faupel. „Die Auftragsbücher sind voll. Wenn es so bleibt, sind wir alle zufrieden.“ Das Neuwagengeschäft laufe allerdings noch längst nicht auf Hochtouren, betonte Faupel. Dies sei eine Spätfolge der Abwrackprämie. Der Gebrauchtwagenmarkt entwickele sich jedoch positiv.

Im Meisterbetrieb am Wegaer Ortsrand beschäftigt Faupel zurzeit neun Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. 2012 kommt ein weiterer Kfz-Meister hinzu. Vor fünf Jahren ging der Betriebsinhaber auf Expansionskurs, baute eine neue Halle und verlagerte den Betrieb. Den Fachkräftemangel habe er bereits bemerkt. Deutlich weniger Bewerber als in den Vorjahren interessierten sich für eine Ausbildung.

Das zweite Stimmungsbarometer, die Sommer-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer, kommt zu gleichlautenden Ergebnissen: „Ein rasches Ende der günstigen Entwicklung ist zurzeit nicht erkennbar, das unterstreichen alle Konjunkturindikatoren sehr deutlich“, erklärte der Präsident der Kasseler Handwerkskammer, Heinrich Gringel. Danach betrachten insgesamt 83,8 Prozent der Befragten ihre aktuelle geschäftliche Situation als „gut“ oder „befriedigend“. Damit stellt sich die Stimmung noch besser als vor einem Jahr (80,6 Prozent) dar, als die gute Konjunktur das Handwerk schon voll erfasst hatte.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 22. Juli

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