Herzhausen

Hans Kurylas klagt gegen die Bundesrepublik

- Die Politik mit ihren eigenen Waffen schlagen: Hans Kurylas aus Altenlotheim hat sich viel vorgenommen. Im Juni reichte er Klage gegen das Wasser- und Schifffahrtsamt ein – um den Edersee zu retten.

Vöhl-Herzhausen. Jeden Morgen um halb sechs macht sich Hans Kurylas auf den Weg von Altenlotheim nach Herzhausen. Im Gepäck hat er dann seinen alten Fotoapparat und ein Notizbuch. „In Herzhausen herrscht dann vollkommene Ruhe“, erzählt der 68-Jährige, „nur die Schwäne und die Angler ziehen auf dem See lautlos ihre Bahnen“.Doch die Ruhe trügt: „Ich kämpfe jetzt“, sagt Hans Kurylas, „ich will die Stimme des Edersees sein.“ Denn die Notizen in seinem Büchlein und über 200 Fotos an seiner Pinnwand zeigen eines ganz deutlich: „Der See verliert immer mehr Wasser!“ Das ist keine neue Erkenntnis, seit vielen Jahrzehnten kämpfen die Menschen am Edersee gegen die Politik des Wasser- und Schifffahrtsamts in Hannoversch Münden. „Es wird Zeit, dass wir uns mit rechtlichen Schritten wehren“, findet Kurylas und hat am 30. Juni beim Amtsgericht in Korbach Klage gegen die Betreiber der Edertalsperre eingelegt. Das verwies sein Schreiben nach Fritzlar, von dort aus erreichte es das Verwaltungsgericht in Kassel.

Auf 5000 Euro wurde der Streitwert des Verfahrens inzwischen fest gesteckt – eine Kostenbefreiung hat Kurylas bereits beantragt. „Schließlich will ich am Ende nicht auf immensen Kosten sitzen bleiben“, sagt der Altenlotheimer. Ein reger Schriftverkehr hat sich seit dem mit dem Kasseler Verwaltungsgericht ergeben – eine Stellungnahme aus Kassel gibt es während des laufenden Verfahrens nicht. „Ich will, dass sich noch in diesem Jahr etwas tut“, betont Kurylas, „und ich werde keine Ruhe geben“.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Dienstag, 28. Juli 2009.

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