Über 1000 Objekte müssen kontrolliert werden

Brandschutz: Beim Landkreis fehlt Personal für Gefahrenüberprüfung

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Gebäude wie Schulen, aber auch Krankenhäuser und Altenheime müssen überprüft werden.

Laut aktuellem Bedarfs- und Entwicklungsplan ist es unter anderem nötig, eine weitere Drehleiter anzuschaffen. Zu wenig Personal gibt es beim Vorbeugenden Brandschutz.

Derzeit könne nur ein Bruchteil der Gebäude begutachtet werden, die im Rahmen der Gefahrenverhütung abgearbeitet werden müssten, sagt Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick.

Spätestens alle zehn Jahre muss der Bedarfsplan des überörtlichen Brandschutzes im Kreis fortgeschrieben werden. 15 Monate hat nun ein Ingenieurbüro am jetzt in den Kreisgremien vorgestellten Plan gearbeitet und dafür auch den Ist- mit dem Soll-Zustand abgeglichen.

Nur acht Prozent der notwendigen Prüfungen geschafft

„Schnellst möglich“ müsse die Vollzeitstelle im Vorbeugenden Brandschutz besetzt werden, schreiben die Verfasser. Der Grund: 2018 sind nur acht Prozent der notwendigen Gefahrenverhütungsschauen durchgeführt worden, 2017 seien es 17 Prozent gewesen. Für mehr als 1000 Objekte muss es diese Schauen im Kreis geben. 

Allerdings, so sagte Biederbick im Finanzausschuss des Kreistags: „Im vergangenen Jahr wurden nur 25 Objekte geschafft.“ Bisher stand dafür eine halbe Stelle bereit. Eine Vollzeitstelle sei zwar nun geschaffen, aber der „Arbeitsmarkt ist leer gefegt“. Drei Ausschreibungen seien nötig gewesen, um die Stelle ab Februar 2020 zu besetzen.

Keine Nennenswerte Missstände 

Auch wenn das Personal für die Gebäudeschauen zu knapp ist: Kenntnisse von den Bauten habe nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die Bauaufsicht, die ebenfalls die Objekte besuche. „Gibt es Auffälligkeiten, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. „Nennenswerte Missstände“ gebe es nicht, dennoch wolle der Landkreis das Personal „natürlich ausbauen“.

Ein weiteres Ergebnis im Bedarfs- und Entwicklungsplan: Derzeit gibt es in Waldeck-Frankenberg fünf Drehleitern, in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg, Korbach und Willingen – das reiche nicht aus. Vor allem Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld sehen die Verfasser damit als schlecht versorgt an. Eine der vorhandenen Drehleitern könne in diesen Kommunen nicht in 20 oder 30 Minuten angekommen sein. Deshalb solle eine weitere Drehleiter gekauft werden.

Laut Gesetz vorgeschrieben

Eine Stationierung solle, so der Vorschlag, bei der Feuerwehr in Battenberg erfolgen. Ebenfalls für den Südkreis solle ein Gerätewagen Atemschutz angeschafft werden, so die Anregung. Vom bisher einzigen Standort in Korbach sei der Südkreis nicht innerhalb von 30 Minuten zu erreichen. 

Das hessische Brandschutzgesetz schreibt Gefahrenverhütungsschauen vor für Gebäude, „die aufgrund ihrer Art, ihrer Nutzung, ihrer Lage oder ihres Zustandes im Schadensfall eine Gefährdung für eine größere Anzahl von Personen“ darstellen könnten oder die „natürlichen Lebensgrundlagen“ gefährden sowie eine „erhebliche Störung der öffentlichen Sicherheit“ sein könnten. Im Landkreis trifft das beispielsweise auf Krankenhäuser zu, Altenheime und Schulen.

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