Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg eröffnet Klimaschutzhaus

Ein Haus als Dauerbaustelle

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Zur Eröffnung des Klimaschutzhauses der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg kamen die Beteiligten vom Korbacher Lehrbauhof, dem Berufsbildungszentrum und der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Korbach - An die Sanierung alter Fachwerkhäuser trauen sich Besitzer häufig nicht ran. Dass es sich aber lohnen kann, will die Kreishandwerkerschaft mit dem von Azubis gebauten Klimaschutzhaus zeigen.

Die Wände sind nur teilweise verputzt, Strohmatten und Lehm als Dämmstoffe sind zu sehen. Die Dichtungen an den Fenstern sind nicht fertiggestellt und der Fußboden teilt sich in einen Holz-, Beton-, Klinker- und Grauwacke-Bereich.

Alt aber energetisch modern

Was sich nach dem Albtraum eines jeden Häuslebauers anhört, ist genau so gewollt. Auf dem Gelände des Lehrbauhofs in Korbach ist in den vergangenen vier Monaten ein Klimaschutz-Fachwerkhaus entstanden. Die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg will Besitzern alter Häuser die Angst vor der Sanierung nehmen und dabei zeigen, dass die Gebäude-Erneuerung auch energetisch modern möglich ist. Im Haus sind zum Beispiel bis zu sechs verschiedene Möglichkeiten der Innendämmung zu sehen. „Es herrscht Unsicherheit bei Bauherren und auch Handwerkern. Man muss wissen, wie die Stoffe einzusetzen sind “, sagte Friedrich Schüttler, Leiter des Berufsbildungszentrums und des Berufsförderungswerkes.

Das Projekt, das vom Land Hessen finanziell unterstützt wurde, ist daher auf Nachhaltigkeit angelegt. Das Haus wird nie ganz fertiggestellt, auch in Zukunft sollen Veränderungen möglich sein. Für den Bau zeichnen bis zu 80 Auszubildende verantwortlich - Maler, Zimmerleute, Maurer und Tischler. In Kürze werden auch die Dachdecker hinzugezogen.

Dafür haben die Azubis in den vergangenen zwei Jahren freiwillig Module belegt, in denen es vor allem um den Einsatz traditioneller Baumaterialien ging. So besteht der Großteil des Hauses aus Lehm. Für eine Wand wurde das Fachwerk eines abgebrannten Hauses restauriert. Eines der Fenster ist etwa 100 Jahre alt.

Die Auszubildenden haben zudem einen Blick in die Arbeit ihrer Handwerkskollegen bekommen, denn die Kurse waren gewerkeübergreifend angelegt.Die Beteiligten hoffen nun, dass der Umgang mit traditionellen Baumaterialien und die Sanierung von Fachwerkhäusern in Zukunft in den Lehrplan aufgenommen werden.

Das Klimaschutzhaus ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte können zudem bis einschließlich Freitag, 30. August, die Ausstellung „Maßgeschneidert - energetische Ertüchtigung von Baudenkmalen“ auf dem Gelände des Lehrbauhofs besuchen.

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