Feuer in Marburg

Hausbrand in Marburg: Gebäude auf dem Richtsberg evakuiert

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Marburg - Schock in den frühen Morgenstunden. Der Brand eines Hochhauses am Richtsberg löste in der Nacht zu Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Dicke Rauchschwaden kamen aus dem Gebäude, als die Feuerwehr eintraf. Erst gegen 7 Uhr war das Feuer, das in den Kellerräumen ausgebrochen war, unter Kontrolle. Zehn Hausbewohner wurden mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Feuerwehrmann musste ärztlich behandelt werden, nachdem er vor Erschöpfung zusammengebrochen war. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren seit 4.20 Uhr im Großeinsatz, nachdem mehrere Hausbewohner eine starke Rauchentwicklung gemeldet hatten.

In dem Hochhaus sind 280 Menschen gemeldet - sie werden derzeit mit Stadtbussen in die Georg-Gaßmann-Halle gebracht. Die Wohnungen, so eine Sprecher der Feuerwehr, seien nach ersten Einschätzungen nicht beschädigt. Trotzdem ist derzeit noch nicht klar, ob und wann das Haus wieder bewohnt werden könne. Sobald der Keller wieder betretbar ist, soll geklärt werden, ob zentrale Versorgungsleitungen beschädigt wurden. Bereits im Laufe des Nachmittags sollen die Mieter die Möglichkeit erhalten, persönliche Gegenstände aus ihren Zimmern zu bergen.

Mutaz Elmubarak ist einer der Betroffenen, der derzeit im Notquartier am Gaßmann-Stadion auf weitere Informationen wartet. Die Feuerwehr weckte ihn und seine Familie, brachte sie durch das Treppenhaus nach draußen.

Die Kleidung, die er trägt, sei nicht seine eigene, so Elmubarak. In der Eile habe er es nicht mehr geschafft, sich eine Jacke oder Schuhe anzuziehen. "Uns geht es gut und wir sind sehr zufrieden, wie der Einsatz abgelaufen ist. Die Hilfe läuft reibungslos. Man steht uns bei", sagt er. Seine Tochter hat Elmubarak wie gewohnt in den Kindergarten gebracht. Sie soll von der Aufregung nichts mitbekommen.

"Ich fühle mich hier gut aufgehoben"

Auch Konrad Draude wurde in den Frühen Morgenstunden von dem Alarm geweckt. Er gelang als einer der Ersten ins Freie. Der Student nimmt die Situation mit Humor: "Man kann lachen oder weinen. Dann doch besser lachen. Die rauchige Wohnung kann ich lüften."

Auch er lobt die Arbeit der Einsatzkräfte. "Ich fühle mich hier gut aufgehoben, auch wenn ich nicht weiß, wie es in den nächsten Tagen weitergeht." An seiner Hand prangt ein Bändchen mit einer schwarzen 13. Die Feuerwehr habe es ihm beim Verlassen des Hauses umbegunden, um einen Überblick zu erhalten, wie viele Menschen das elfstöckige Gebäude bereits verlassen haben. Später, so Konrad Draude, sei sein Name auch auf einer Liste abgezeichnet wordne.

Die rund 280 Bewohner werden in den kommenden Tagen in Notquartieren untergebracht. Durch die Rettungsmaßnahmen ist die Sonnenblickallee noch voll gesperrt, sodass es zu Verkehrsbehinderungen kommt.

Nach wie vor dauern die Evakuierungsmaßnahmen an. Die Hausbewohner müssen über (Dreh)Leitern das Haus verlassen. Außerdem durchsucht die Feuerwehr die Räume, um auszuschließen, dass sich noch Menschen in den bereits evakuierten Wohnungen befinden.

  1. Aufgrund des Brandes fahren die Busse der Stadtwerke (Linie 1, 4, 6) den Richtsberg nur eingeschränkt an. Zahlreiche Busse sind noch im Einsatz, um die Hausbewoher zu den Betreuungsstellen zu bringen.

Mehr Informationen in Kürze an dieser Stelle.

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