Musik-Tipp

Wasser nah

Heather Nova nennt ihr neues Album Pearl. Ihre Kindheit auf dem Meer (Segelboot der Eltern) lässt sie durch- schimmern und ihre gefühlsstarken Songs zwischen Folk, Country und Rock treiben.

Mit ihrem 94er-Album „Oyster“ schaffte die Künstlerin aus Bermuda ihren Durchbruch. Die Single „Walk This World“ war Mitte der Neunziger oft im Radio zu hören. Damals klang es noch stark nach Indie-Pop mit Grunge-Einflüssen – die Vertonung von stürmischen Turbulenzen der Liebe, von Einsamkeit – Themen, die „Pearl“ nun wieder mit erweitertem Soundgewand aufnimmt.

„Eine Perle ist das, was sich in all den Jahren in einer Auster bildet“, heißt es zum Album. Immer noch spiegelt sich in Heathers klarer Stimme eine menschenscheue, zerbrechliche Seele. In „The Wounds We Bled“ etwa singt sie im 60s-Folk-Stil – ähnlich eindringlich wie Joan Baez – von ihrer tränenreichen Scheidung. Dem Wasser nah kommen vor allem die instrumental reduzierten Balladen wie „Rewild Me“ oder „After All This Time“. Bei „All The Rivers“ und „Just Kids“ lässt sie’s sogar etwas rocken. Doch die nachdenklich sensibelen Songs dominieren. Wie’s live klingt, kann man im Oktober bei der Deutschland-Tournee erleben. /ros

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