Waldeck-Frankenberg

Tag der Heimat: Im Dialog der Wahrheit nähern

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- Waldeck-Frankenberg. „Heimatliebe kann Menschen zusammenführen“: Diese Botschaft brachte CSU-Europaabgeordneter Bernd Posselt am Sonntag mit zum „Tag der Heimat“. Auf dem Weg zu Verständigung und Versöhnung sind die Veranstaltungen der Vertriebenenverbände für ihn wichtiger denn je.

Um sich für Freiheit und das Recht auf Heimat einzusetzen, lädt der Kreisverband Waldeck-Frankenberg im Bund der Vertriebenen (BdV) laut Vorsitzendem Manfred Kreuzer Jahr für Jahr zum größten „Tag der Heimat“ in Nordhessen ein. „Die Tage der Heimat sind aber keine Fest-, sondern Gedenkveranstaltungen gegen das Vergessen und sollen allen Deutschen den Wert ihrer Heimat bewusst machen“, betont der Obernburger bei der Begrüßung der rund 300 Gäste in der Korbacher Stadthalle.

Da auch die Deportation der Russland-Deutschen durch Stalin Teil der gemeinsamen Geschichte sei, freue er sich, erstmals eine Gruppe Russland-Deutscher begrüßen zu dürfen. Mit Stücken wie dem „Böhmerwaldlied“ sorgen die „Singenden Frauen“ neben den Stammgästen der Blaskapelle aus dem oberschlesischen Brückenort für Stimmung.

Mit Blick auf den Leitgedanken des „Tags der Heimat“ 2011, „Wahrheit und Dialog – Schlüssel zur Verständigung“, übte Kreuzer klare Kritik an Polen und Tschechien: „Es gibt nur eine Wahrheit, es sei denn, man will die Geschichte verfälschen oder die Verantwortung für die eigene Geschichte leugnen.“

„Dabei gibt es nur ein Problem: Kein Mensch kennt die volle Wahrheit, und deshalb ist es immer schwer, um Wahrheit zu ringen“, räumte Festredner Bernd Posselt ein. „Zugleich ist die Wahrheit aber die Voraussetzung für Versöhnung, Verständigung und ein gutes Zusammenleben der Völker“, betonte der CSU-Europaabgeordnete und Bundessprecher der Sudetendeutschen.

Folglich dürfe niemand anderen die eigene Wahrheit, die sich aus seiner persönlichen Geschichte ergebe, aufzwingen. „Stattdessen müssen wir versuchen, uns im Dialog der Wahrheit anzunähern.“ Nur so entstehe ein friedlich vereintes Europa der Vielfalt und nicht der Einfalt, das mit Staaten wie China, Russland oder den USA in einer Liga spielen könne, ist der Vorsitzende der Paneuropa-Union Deutschland überzeugt. (nv)

Mehr zum „Tag der Heimat“ und ein Interview mit dem Festredner Bernd Posselt lesen in den Ausgaben von WLZ und FZ am Montag, 31. Oktober.

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