Bauern zwischen Feld und Agrar-Weltmarkt

Heimische Landwirte ringen um richtigen Weg für die Zukunft

Ferkel in einer konventionellen Haltung: Sie steht mit Blick auf die Welternährung in der Kritik. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Hier die eigene, kleine Scholle, dort draußen die große Welt. Das gehört für die heimische Landwirtschaft längst der Vergangenheit an. Sie agiert im globalisierten Markt.

Der rasante, anhaltende Wandel in diese Richtung durchzog als Thema die Vertreterversammlung des Kreisbauernverbandes Waldeck in Sachsenhausen. Wie sollen sich die Landwirte zu steigenden, oft widerstreitenden Anforderungen positionieren?

„Das ist unser Weg, und den gehen wir weiter“, betonte Geschäftsführerin Stephanie Wetekam mit Blick auf die aktuelle Kritik an der Intensivtierhaltung. Wetekam setzt auf Information der Bevölkerung über diese Form der Fleischproduktion. 

Präsident Karsten Schmal kritisierte den Evangelischen Kirchentag für dessen vegetarische Grundausrichtung: „Die Menschen können selbst entscheiden, ob sie ein Würstchen essen oder nicht.“ Andererseits räumte Schmal hinsichtlich einer anderen Diskussion ein: „Wir sollten selbst über Obergrenzen für den Glyphosat-Einsatz nachdenken, bevor uns die Politik drastischere Vorgaben macht.“ Aber: Angesichts des Klimawandels mit neuen Schädlingen im Gefolge gingen den Bauern irgendwann die Mittel aus, um Missernten zu verhindern. 

Die Mitglieder des Kreisbauernverbandes zeigten sich einig darin, dass die wachsende Weltbevölkerung nicht allein durch biologische Wirtschaftsweise zu ernähren sei. „Wir sollten selbstbewusst sein. Warum exportieren wir selbstverständlich Autos in alle Welt, sollen das aber mit landwirtschaftlichen Produkten nicht tun, wie Milchpulver?“, fragte Schmal. Diese Ausfuhren würden helfen, Hunger zu bekämpfen. Ein großes Risiko für die Ernährungslage auf dem Globus sehen die Bauern im Ringen ums Land, das andere Wirtschaftssektoren und die Gesellschaft ihnen streitig machen.

Weitere Informationen über die Landwirtschaft zwischen Feld und Agrar-Weltmarkt finden Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 12. April 2017

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