Ziele: Mehr Kooperation zwischen Erzeugern im Landkreis und höhere Förderquoten

Hessenfleisch: Neues Programm stärkt Bauern, Metzger und Vermarkter

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Ferkel in einem Mastbetrieb: „Wir wollen unseren Kunden auch weiterhin Produkte anbieten, die wir in Waldeck-Frankenberg erzeugen und verarbeiten“, sagt Metzgermeister Frank Heiden aus Waldeck-Freienhagen, der das neue Programm „Kooperation Hessenfleisch“ als sinnvoll ansieht. 

Waldeck-Frankenberg – Für Landwirte, die Schlachtvieh erzeugen, sowie für Metzgereien und Fleischvermarkter gibt es in Waldeck-Frankenberg ab sofort ein neues Programm. Das Ziel lautet „Stärkung regional hergestellter Produkte“.

Verantwortlich für das Projekt „Kooperation Hessenfleisch“ ist die Baubetreuungsgesellschaft für landwirtschaftliches Bauen (BGL). Finanzielle Unterstützung leisten das Land Hessen, der Bund, die EU und die jeweiligen Landkreise. Bei dem Programm soll es aber nicht nur um eine bessere Förderung für die Errichtung von Ställen oder Schlachtstellen gehen.

„Bei der Schlachtvieherzeugung und Fleischvermarktung gibt es in Hessen – und damit auch in Waldeck-Frankenberg – kaum Abstimmungen zwischen einzelnen Betrieben. Daraus resultiert ein großer Einfluss außerhessischer Firmen auf angebotene Erzeugnisse, wodurch regionale Produkte behindert werden“, sagte Bernd Vaupel (BGL) bei einer Info-Veranstaltung für Landwirte, Metzger und Mitarbeiter der Fleischvermarktung in Korbach.

Das Programm sieht vor, dass sich Schlachtvieherzeuger und Akteure der Fleischverarbeitung und -vermarktung zusammenschließen, um die regionale Wertschöpfungskette weiter zu verbessern. „Wir haben in Waldeck-Frankenberg – anders als es mittlerweile in Kassel der Fall ist – noch zwei Schlachthöfe in Bad Wildungen und Mengeringhausen. Wir wollen diese kurzen Wege für unsere Fleischproduzenten und -vermarkter aufrechterhalten. Wer nämlich sein Fleisch in weit entfernte Schlachthöfe bringen muss, wird dieses nicht mehr in Waldeck-Frankenberg anbieten“, so Vaupel. Folglich verschwinde ein Teil der regionalen Wertschöpfung aus dem Landkreis.

Um die Fleischproduktion und -vermarktung im Zuge des neuen Programms zu stärken, sollen Mitglieder der Kooperation Hessenfleisch letztlich aber auch von erhöhten Förderungen bei Investitionen in Stallbauten, Schlachtstellen und der Erweiterung von Ladengeschäften profitieren. 

Mehr Förderung bei Kooperation

Unternehmen der Fleischverarbeitung und -vermarktung werden durch die Marktstrukturförderung unterstützt. Ansprechpartner ist das RP Gießen. Zudem gibt es die einzelbetriebliche Investitionsförderung für Fleischproduzenten, unter anderem bei Stallbauten. Hier gibt der Kreis Auskunft. „Mitglieder der Kooperation Hessenfleisch profitieren von einer erhöhten Förderung von bis zu zehn Prozent zu den bestehenden Quoten“, sagt Thomas Heiner vom Landkreis Waldeck-Frankenberg. 

Symbolischer Jahresbeitrag geplant

Landwirte, Metzger oder Fleischvermarkter, die Mitglied bei der Kooperation Hessenfleisch werden wollen, müssen lediglich einen sehr geringen, symbolischen Jahresbeitrag zahlen. Das sagte Bernd Vaupel von der Baubetreuungsgesellschaft für landwirtschaftliches Bauen (BGL) auf Anfrage unserer Zeitung. Die BGL ist hauptverantwortlich für das Projekt. „Geplant ist, dass das Programm fast ausschließlich mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Außerdem sollen Großbetriebe, die für ihre Investitionen in den Genuss einer erhöhten Förderung kommen, auch einen etwas höheren Beitrag leisten als kleine Betriebe, für die dies nicht möglich ist“, so Vaupel. Starten soll das Programm „Kooperation Hessenfleisch“ zunächst mit einer Bestandsaufnahme der Fleischverarbeitungswirtschaft in Waldeck-Frankenberg. Eine Studie dazu erstellt die Uni Gießen. Parallel können sich aber bereits Betriebe über eine Mitgliedschaft informieren. 

Infos unter bgl-baubetreuung.de und direkt bei Bernd Vaupel (Telefon: 05681/7706-61, E-Mail: bernd.vaupel@bgl-baubetreuung.de). 

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