Waldeck-Frankenberg

Bis heute schwimmt Gold in der Eder

- Waldeck-Frankenberg (r). Immer mehr Abenteurer machen sich in Itter und Eder auf die Suche nach Gold – zu ihnen gehören auch Gerhard Stöbener und Veit Enno-Hoffmann.

Mit Schaufel, Spitzhacke, einem großen Sieb, Matte und Schüssel ziehen sie los. Veit Enno-Hoffmann und Gerhard Stöbener wollen Gold finden – in der Itter in Herzhausen. Das ist keine Phantasterei, sondern Wissenschaft. Und längst sind die Herzhäuser ebenso wie die Einwohner von Mehlen die Menschen auf Goldsuche gewöhnt. Beide Orte haben sich inzwischen zum Treffpunkt für Goldgräber, Schatzsucher, Träumer und Wissenschaftler entwickelt – und das nicht ohne Grund. Das berühmte Edergold, aus dem sogar Dukaten geschlagen wurden, gibt es auch heute noch in der Eder und einigen seiner Zuflüsse wie dem Goldbach, der bei Röddenau in die Eder, oder die Itter, die bei Herzhausen in den Edersee mündet. Gemeinsam mit den Kameras des Hessischen Rundfunks machen sich an diesem späten Herbsttag mit Gerhard Stöbener, Betriebsleiter eines Werkes in Kassel, und Veit Enno-Hoffmann, Doktorand der Geologie, zwei Könner auf den Weg zum Goldwaschen. Beide laufen gezielt eine Stelle in der Itter an, wo genügend Strömung herrscht. Zwischen blühendem Drüsigem Springkraut hindurch bahnen sie sich ihren Weg ins Bachbett der Itter. Die Matte wird auf einer kleinen Insel ausgebreitet und das große Sieb darüber aufgestellt. Eine etwa eineinhalb Meter lange Aluminiumrinne wird in der Strömung verankert – und los geht es. Schaufel um Schaufel Geröll und Schlamm werden dem Bach entnommen und gegen das Sieb geworfen. Dort sortiert sich das Material nach Korngröße. Das Feine sammelt sich auf der Matte unter dem Sieb. Bis zu vier Stunden lang kann an einem Ort geschaufelt und gewaschen werden. Feiner Kies und Sand unter dem Netz werden von Gerhard Stöbener ins strömende Wasser in der Rinne geworfen. Dass das Gold fortgespült wird, müssen die beiden nicht befürchten – denn wegen seines hohen spezifischen Gewichtes setzt es sich noch in der Rinne ab. Aus dieser wird das Feinmaterial nun in die Pfanne geschüttet. Diese besteht heute aus Plastik. Nun nimmt Veit Enno-Hoffmann Wasser aus dem Bach in die Pfanne auf und beginnt mit suchendem Blick den Inhalt der Pfanne zu schwenken und zu schütteln – wie es schon die alten Goldgräber taten. Immer mehr Grobmaterial wird aus der Pfanne gespült, bis schließlich nur noch ganz wenig feiner Sand in der Pfanne zurückbleibt. Feine zahlreiche Goldflitter glänzen schließlich am Boden der Pfanne. Mit einer Pipette werden sie abgesaugt und als neueste Ausbeute in ein kleines Glas gefüllt. Reich werden sie damit zwar nicht, aber die Faszination des Goldsuchens und -findens hat Gerhard Stöbener und Veit Enno-Hoffmann gepackt.Das Team bietet regelmäßig Goldwaschkurse in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Edertal an der unteren Eder an. Der Hessische Rundfunk strahlt das Ergebnis der Dreharbeiten Anfang des nächsten Jahres im Rahmen des „Bilderbogens“ aus.

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