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Neustart für „Luisa ist hier“: Hilfe für Frauen in Bedrängnis

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Von: Julia Janzen

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Eine Frau geht auf einer Straße, eine Männerhand berührt ihren Po
Wo gefeiert wird, kommt es immer mal wieder auch zu Bedrohungen oder Belästigungen von Frauen. Die Kampagne „Luisa ist hier“ will Frauen in solchen Situationen helfen. Im Landkreis wird das Projekt nun neu gestartet. © PantherMedia/Andriy Popov

Werden Frauen in Bars, Clubs & Co. belästigt oder bedrängt, kann Luisa helfen. In Waldeck-Frankenberg wird die Kampagne jetzt wieder gestartet.

Waldeck-Frankenberg – „Ist Luisa hier?“ Mit dieser simplen Frage können Frauen in Kneipen und Clubs signalisieren, dass sie Hilfe brauchen, wenn sie bedroht oder belästigt werden. Die deutschlandweite Luisa-Kampagne wurde 2018 auch in Waldeck-Frankenberg gestartet. Allerdings: Corona hat das Projekt ins Straucheln gebracht. Waren es zunächst fünf Betriebe, die mitmachten, ist jetzt keiner mehr dabei. Beate Friedrich, Frauenbeauftragte des Landkreises, will die Kampagne nun wieder neu starten.

„Luisa ist hier“ benannte der Landkreis die Kampagne – und gab damit gleich die Antwort auf die Frage, die Frauen in Notsituationen stellen können. Alle Gastronomiebetreiber in Waldeck-Frankenberg wurden angeschrieben, fünf sagten zu, sagt Beate Friedrich. Dann kam Corona, mittlerweile ist kein Betrieb mehr an Bord.

Doch nicht nur die Pandemie machte Probleme: „Viele Betriebe scheuen die Schulung.“ Die gehört zur Kampagne und wird von der Frauenbeauftragten selbst angeboten. Sie kommt in die Lokalität, weist die Mitarbeiter ein, erläutert, wie sie auf die Frage reagieren können und schaut sich die Gegebenheiten vor Ort an: Gibt es Hinterzimmer und weitere Ausgänge? Etwa anderthalb Stunden dauere die Schulung, die für die Betriebe kostenlos sei. Das sei nicht sehr aufwändig, sagt Friedrich, doch sie könne die Gastronomen verstehen, dass sie zurückhaltend seien. Schließlich muss jeder neue Mitarbeiter informiert werden. Das sei bei hoher Fluktuation schwer leistbar.

Dennoch will Beate Friedrich die Kampagne jetzt neu zum Leben erwecken. Weil sich die Corona-Lage immer weiter entspannt, wird auch im Landkreis wieder mehr gefeiert. Betreiber von Clubs, Kneipen & Co. sollen noch einmal angesprochen werden. Die Frauenbeauftragte hofft auf viele Mitstreiter. „Schließlich ist das auch für die Betreiber ein Mehrwert“, sagt sie. Man mache deutlich, dass man keine (sexualisierte) Gewalt dulde. Plakate oder Flyer mitten im Partyraum müssten gar nicht sein. Möglich wäre auch, Aufkleber an den Spiegeln der Damentoiletten anzubringen.

„Versuchen, solche Situationen nicht aufkommen zu lassen“

Der Dehoga-Kreisverband beteiligte sich zum Start auch an der Kampagne, informierte die Mitglieder über das Projekt Luisa, sagt Christian Gerlach, Kreisvorsitzender des Verbands und Betreiber des Flair-Hotels Werbetal am Edersee. Wie viele jedoch mitmachten, sei nicht erfasst worden. Bei der Jahreshauptversammlung des Dehoga-Kreisverbands im März will er noch einmal an die Kampagne erinnern.

„Als Gastronom hilft man selbstverständlich, dazu bedarf es keiner Kampagne“, sagt Arndt Brüne vom Willinger Brauhaus. Zahlreiche Sicherheits-Mitarbeiter gebe es im Brauhaus, die könnten umgehend eingreifen, sollten sie einen Vorfall beobachten oder von einer Frau darum gebeten werden. „Wir verdienen unser Geld mit Party, natürlich versuchen wir, solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen“.

Info: Gastronomen, die bei „Luisa ist hier“ mitmachen möchten, melden sich im Frauenbüro, Tel. 05631/954-317 oder per Mail an beate.friedrich@lkwafkb.de. jj

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