Gesundheitliche Gefahren bei extrem hohen Temperaturen

Hitze in Waldeck-Frankenberg erreicht Höhepunkt

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Den Blumenschmuck im Stadtgebiet der Kreisstadt Korbach pflegen städtische Mitarbeiter. Zwei von ihnen gießen die Blumen und auch Gehölze in Einfassungen sowie junge, frisch gepflanzte Bäume. Tausende Liter Wasser werden dafür jetzt gebraucht.

Waldeck-Frankenberg. Die Hitze dieser Woche erreicht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am Donnerstag ihren Höhepunkt.

Stellenweise wird mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und mehr gerechnet, in Waldeck-Frankenberg kann es den Vorhersagen zufolge um die 36 Grad heiß werden. Dabei bleibt es zunächst trocken.

Insbesondere zwischen 11 und 19 Uhr sei mit einer „starken Wärmebelastung“ zu rechnen.

Derweil stuft der DWD für die Wälder in Waldeck-Frankenberg in diesen Tagen die Brandgefahr überwiegend als mittelmäßig ein. Eine erhöhte Alarmbereitschaft sei jedoch nicht erforderlich, heißt es vonseiten der Kreisverwaltung. Die Freiwilligen Feuerwehren seien ohnehin jederzeit – „tags und nachts“ – einsatzbereit.

Landwirte in ganz Waldeck-Frankenberg nutzen unterdessen das trockene Wetter, um Getreide zu ernten und Stroh zu pressen. 

Pfandflaschen zurückgeben

Im vergangenen Jahr hatte die wochenlange Hitze unter anderem zu einem erhöhten Bedarf an Trinkwasser, sinkenden Grundwasserständen und einem Mangel an Mineralwasser im Handel geführt, so auch kürzlich im Juni wieder, als an mehreren Orten in Deutschland Rekordtemperaturen gemessen wurden.

„Damit die witterungsbedingte hohe Nachfrage gemeistert werden kann, sollten leere Mehrwegflaschen zügig in den Handel zurückgegeben werden“, rät auch in diesem Sommer wieder die Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB). Nur dann könne der „umweltfreundliche“ Mehrweg-Kreislauf funktionieren.

Am Wochenende soll es sich nur unwesentlich abkühlen. 

Tipps für die Gesundheit

Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises Waldeck-Frankenberg warnt vor „tropischen Temperaturen“ und gibt Hinweise, wie sich Menschen schützen können. Vor allem ältere Menschen und Kinder sollten vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ausreichend trinken, Sonnenschutz und Ruhe seien für alle hilfreich.

Besonders betroffen sind zum Beispiel ältere Menschen, die allgemein empfindlicher auf Hitze reagieren. Wenn es so heiß ist wie in diesen Tagen, werden sämtliche Altenheime von amtlicher Seite her gewarnt. 

So auch das Pflegezentrum Lichtenfels, wo die Bewohner den Tag ganz anders gestalten als einen „normalen Sommertag“. „Manche Bewohner haben Antriebsschwierigkeiten, Kreislaufprobleme, Schwindel und Kopfschmerzen“, erklärt die Pflegedienstleiterin und Qualitätsbeauftragte Kerstin van der Ouw. Die Mitarbeiter der Pflege, Betreuung und Therapie achten dann darauf, dass die Bewohner mehr trinken und zwischendurch Wassermelone essen. „Denn starkes Schwitzen kann wegen Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten ebenso für die Gesundheit gefährlich werden wie niedriger Blutdruck.“ 

Die Mitarbeiterin der Betreuung, Petra Thoma, reicht Bewohnerinnen des Seniorenzentrums Lichtenfels in Rhadern Wassermelonen und Getränke. Mehrmals täglich gibt es dort an heißen Tagen Getränke und Zwischenmahlzeiten, die dem Wohlbefinden der Bewohner dienen sollen.

Auch am Mittwochmorgen, als die Temperaturen bald 30 Grad erreichten, fanden gemeinsame Veranstaltungen im Inneren statt. Die Senioren sangen zusammen im Aufenthaltsraum anstatt im Freien, um nicht der Sonneneinstrahlung ausgesetzt zu sein. Mittags sollen sich alle ausruhen und die Beine hochlegen, sagt van der Ouw. 

Auch im Juni sei es bereits so heiß gewesen, dass Mitarbeiter feuchte Handtücher auf die Heizungen legten, um die Temperatur in den Räumen herabzusenken. Die Bekleidung sollte luftig sein, Ventilatoren werden aufgestellt, Zimmer früh durchgelüftet und später abgedunkelt, um die Hitze so gut es geht draußen zu lassen.

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