Technische Hochschule Mittelhessen soll auf das Gelände neben der Sparkasse umziehen

Hochschul-Neubau in Frankenberg ist beschlossen

Hier soll der Neubau der Technischen Hochschule Mittelhessen entstehen: Auf dem Gelände neben der Sparkasse an der Uferstraße in Frankenberg sind unter anderem acht Hörsäle geplant.
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Hier soll der Neubau der Technischen Hochschule Mittelhessen entstehen: Auf dem Gelände neben der Sparkasse an der Uferstraße in Frankenberg sind unter anderem acht Hörsäle geplant.

Für die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) soll ein Neubau auf dem Grundstück der Sparkasse Waldeck-Frankenberg an der Uferstraße 5 in Frankenberg errichtet werden.

Waldeck-Frankenberg - Das hat der Kreistag am Montag einstimmig beschlossen, nachdem sich vor allem auch die FDP-Fraktion in einem Antrag noch einmal für eine zeitnahe Umsetzung des Projekts eingesetzt hatte.

Die Entscheidung steht aber noch unter Vorbehalt: Zuvor stehen noch ein Prüfauftrag an den Kreisausschuss und eine erneute Beratung und Beschlussfassung im Kreistag an.

Denn auf Antrag der FWG-Fraktion sollen zunächst zwei Alternativen geprüft werden: Baut der Landkreis das neue Hochschulgebäude selbst oder lässt er es von einem externen Bauherrn bauen und übernimmt die Räume für die THM als Mieter. In das Miet-Modell könnte man auch derzeit nicht genutzte Räume der Spakasse einbeziehen, um Kosten zu sparen, erläuterten die FWG-Sprecher Heinfried Horsel und Ralf Schmitt.

Kosten: 7,5 bis 8,5 Millionen Euro

Sollte der Landkreis selbst auf dem Grundstück bauen, dann sind auf rund 2000 Quadratmetern acht Hörsäle, zwei PC- und vier Gruppenarbeitsräume, ein Verwaltungsbereich und Nebenräume geplant. Kosten: 7,5 bis 8,5 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2022 vorgesehen, im Sommer 2023 soll die neue THM stehen.

Im Zuge des Neubaus soll auch ein Teil des Verwaltungsstandorts des Landkreises in Frankenberg umziehen – und zwar in die aktuell von der THM genutzten Räume im rückwärtigen Bereich des Klosters „St. Georgenberg“. Durch diesen Auszug würde der Ostflügel des Landratsamtes an der Uferstraße frei werden. Dieses Areal soll dann an die Stadt Frankenberg für deren städtebauliche Entwicklung veräußert werden. Der Ostflügel soll dann, wie berichtet, abgerissen werden.

Landrat Dr. Reinhard Kubat sagte, dass die vergangenen Jahre gut und intensiv genutzt worden seien, um einen geeigneten Standort zu finden. „Wir sind nicht in Zeitnot. Die Studierenden haben noch Platz, alle Seminare finden statt. Mit Blick auf die steigende Zahl der Studierenden ist es allerdings wichtig, dass der Neubau kommt.“

„Die THM ist ein Erfolgsmodell. Das Ganze wächst, wird angenommen und funktioniert.“

Jochen Rube (FDP)

„Die THM ist ein Erfolgsmodell. Das Ganze wächst, wird angenommen und funktioniert“, betonte Jochen Rube (FDP), der allerdings deutlich machte, dass er sich ein schnelleres Vorankommen der Neubau-Pläne gewünscht hätte. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Arno Wiegand sagte, dass bereits 2016 erstmals der Beschluss zum Neubau gefasst worden sei. Man habe danach zudem häufig mit der Stadt Frankenberg gesprochen.

Dass sie von einem Miet-Modell nichts hält, machte Regina Preysing (Linke) deutlich. „Der Landkreis will den Hochschulstandort Frankenberg stärken. Daher ist es auch das richtige Signal, wenn er selbst investiert und dies nicht etwa ein privater Bauherr tut“, sagte sie. Es sei insgesamt eine „tolle Sache“ für die Studierenden und jene, die noch kommen, dass in Frankenberg ein Neubau der Technischen Hochschule entsteht. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Stefan Ginder freute sich, dass „endlich Bewegung in die Sache kommt“.

Nein zur Parkhaus-Variante

Mit der Entscheidung des Kreistags für einen neuen THM-Standort neben der Sparkasse ist auch die Resolution aus der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung vom Tisch, die einen Grundstückstausch und eine damit verbundene Standortänderung vorsah.

Wie berichtet, hatten sich die Stadtverordneten vergangene Woche fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen, dass das neue THM-Gebäude auf dem Gelände des Frankenberger Parkhauses an der Uferstraße gebaut werden soll. Das Parkhaus sollte dafür abgerissen werden. Der Kreistag zeigte sich von der Resolution jedoch unbeeindruckt und votierte einstimmig für den neuen THM-Standort auf dem Gelände der Sparkasse.

„Auf dem 1600 Quadratmeter großen Parkhausgelände kann kein Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von 2000 Quadratmetern errichtet werden“, betonte der SPD-Kreistagsabgeordnete Adam Daume. Gerade nach der Prüfung vieler Standorte solle man auf Seiten der Frankenberger Kommunalpolitiker froh sein, dass der Landkreis bereit sei, für den Hochschulstandort Frankenberg erheblich zu investieren, sagte Daume.

Auch die Nähe zur Fußgängerzone spreche für den Standort neben der Sparkasse. Immerhin sei die Zahl der Studierenden mit Beginn des Herbstsemesters bei mehr als 200 angelangt – wenngleich Landrat Kubat darauf hinwies, dass dies für die beiden Standorte Frankenberg und Bad Wildungen zusammen gelte. In Frankenberg seien es aktuell 125.

Uwe Patzer (Grüne) zeigte durchaus Verständnis für den Vorstoß aus Frankenberg, er stimmte mit seiner Fraktion aber auch für den geplanten Neubau auf dem Sparkassen-Gelände.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Timo Hartmann sagte: „Der Standort bei der Sparkasse ist der richtige. Außerdem haben im Vorfeld viele Gespräche mit der Stadt Frankenberg stattgefunden.“

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