Viele Paare verschieben Feier – Saison 2021 nahezu ausgebucht

Hochzeitsbranche in Waldeck-Frankenberg in der Krise

Schloß Waldeck, Hochzeiten in Zeiten von Corona
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Schloss Waldeck mit seinem einzigartigen Panorama auf den Edersee ist ein gefragter Ort zum Heiraten. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang März ist die Zahl der Hochzeiten drastisch gesunken.

Die Corona-Krise verhagelt in diesem Jahr die Hochzeitssaison. Wegen der Einschränkungen haben viele Paare ihre Feiern abgesagt oder verschoben. Das führt nicht nur zu Unsicherheiten und Tränen bei den Brautleuten. In der Branche stehen viele Unternehmen, die sich auf den sprichwörtlichen schönsten Tag im Leben spezialisiert haben, mit dem Rücken zur Wand.

Waldeck-Frankenberg – Seit Beginn der Pandemie gab es spürbar weniger Trauungen in den Standesämtern. Deutlich sichtbar wird das in der Großstadt Kassel: Dort wurden dieses Jahr in den drei Monaten ab Mitte März 184 Ehen geschlossen – 35 Prozent weniger als im Vorjahr (283).

Das Standesamt Frankenberg meldete für Juni 2020 17 Trauungen, im Jahr zuvor waren es 23. Neben dem Brautpaar waren sechs weitere Personen zugelassen, einige Trauungen wurden abgesagt oder verschoben. Auch in Korbach wurden im Juni 17 Trauungen geschlossen, sechs weniger als im Juni des Vorjahres. Im Bezirk Bad Wildungen/Edertal gab es im Juni 2020 ebenfalls 17 Trauungen, vor einem Jahr waren es 21. Es standen nicht alle üblichen Veranstaltungsorte zur Wahl.

Laut Bund deutscher Hochzeitsplaner gibt ein Brautpaar in Deutschland im Schnitt 10. 000 Euro für die Hochzeit aus, was für die gesamte Branche einen Umsatz von etwa vier Milliarden Euro im Jahr macht – wenn nicht coronabedingte Ausnahmezustände herrschen. Steckt die Branche in der Krise, betrifft das viele Personen und Betriebe: Gastronomen, Fotografen, Konditoren, DJs und Hochzeitsplaner berichten, dass seit März fast sämtliche Aufträge storniert oder verschoben wurden. Im kommenden Jahr, wenn viele Feste nachgeholt werden und andere Paare regulär eine Hochzeit planen, könnte es mit Terminen eng werden.

„Die Einschränkungen durch die Corona-Bedingungen haben für Brautpaare vor allem zu Unsicherheiten in der Planung geführt und die Vorfreude auf das Fest getrübt“, sagt Sophie Hocke. Sie ist freie Rednerin aus Bad Arolsen und organisiert und moderiert Hochzeiten und freie Trauungen. Trotz allem führen die aktuellen Lockerungen der Einschränkungen zu vielen neuen Anfragen. Sie wünsche sich, dass geltende Regeln für Hochzeiten transparent und zeitlich planbar seien, sagt Hocke.

Sandra Christiansen von der Hotelbetriebsgesellschaft Battenberg mit dem Hotel Sonne, der Walkemühle und dem Alt-Battenberg betont: „Umsätze von diesem Jahr sind nicht mit den letzten Jahren vergleichbar, da wir in dem Prozess des langsamen Hochfahrens sind.

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