Waldeck-Frankenberg

„Höchste Eisenbahn“ für Bewerber

- Waldeck-Frankenberg. Wer im Sommer 2011 eine Berufsausbildung beginnen möchte, sollte sich so schnell wie möglich um eine Ausbildungsstelle bewerben. Die Berufsberater der Arbeitsagentur Korbach informieren gern über Ausbildungsberufe. Die Chancen, im Landkreis eine Stelle zu bekommen, sind gut.

„Jetzt ist es höchste Eisenbahn, sich Gedanken über den Berufswunsch zu machen, sich beraten zu lassen und dann umgehend zu bewerben“, betont Berufsberaterin Katrin Normann. Die gesunde mittelständische Unternehmensstruktur, der gute Branchenmix in Waldeck-Frankenberg verspreche gute Aussichten. „Ein großes Angebot an Ausbildungsplätzen findet sich vor allem in den technischen Berufen, beim Handwerk und in der Dienstleistungsbranche. Hier sucht das Hotel- und Gaststättengewerbe stets Nachwuchs, aber auch im Nahrungsmittelhandwerk sind junge Fleischer oder Bäcker gefragt.“

Die Berufswünsche der jungen Leute passen laut Berufsberaterin Heike Fleischmann mal mehr, mal weniger zu den Angeboten der Betriebe. „Wir nehmen jeden Wunsch aber auf jeden Fall sehr ernst, auch wenn er schwierig zu realisieren ist. Wichtig ist uns, die jeweiligen Interessen und Talente dahinter zu erfahren, um darauf aufbauend auch nach Alternativen suchen zu können“, erklärt die Fachfrau. Der Großteil der Jugendlichen könne dies verstehen und zeige sich flexibel.Beliebtester Ausbildungsberuf ist nach Angaben der Arbeitsagentur bei Jungen weiterhin der des Kfz-Mechatronikers. „Wahrscheinlich weil Autos sowieso faszinierend sind und die Arbeit gut vorstellbar ist“, erläutert Katrin Normann. Auch die Ausbildung zum Fachinformatiker, Elektroniker und Tischler gilt als attraktiv.

„Viele Mädchen mit mittlerem Bildungsabschluss wollen im Büro arbeiten, weil diese Tätigkeit interessant und vielseitig sein kann“, ergänzt Heike Fleischmann. Hauptschülerinnen schlügen gern den Weg zur Verkäuferin ein. „Kaufmännische Berufe sind generell beliebt.“

Von einem Berufsziel raten die Expertinnen nur dann ab, wenn vollkommen falsche Vorstellungen vorhanden sind. „Eventmanager ist so ein Klassiker. Die Jugendlichen halten diesen Beruf für cool und glauben, ausschließlich Partys zu organisieren“, berichtet Katrin Normann. Viele wollen – so die Erfahrung der Berufsberaterin – auch „irgendwas mit Medien machen“. Auf die Idee kämen sie vielfach durch Telesoaps. Diese zeigten jedoch ein unrealistisches Bild der Berufswelt, warnt Katrin Normann. Interessant ist aus Sicht der Arbeitsagentur, dass der Beruf des Tierpflegers durch zahlreiche TV-Serien über Zoos beliebt ist, Kochshows den Beruf des Kochs aber keineswegs zum Hit gemacht haben. Dabei sind die Berufsaussichten als Koch durchaus besser, denn Tierpfleger werden nur begrenzt gesucht.

Auf dem Weg ins Berufsleben bereitet den Berufsberaterinnen ein Trend Sorge: Eine weiterführende Schule zu besuchen, nur um die Berufswahl um zwei Jahre hinauszuschieben, sei ein Fehler. „Das macht nur Sinn, wenn der Schulabschluss dann auch wirklich gut ist“, stellt Heike Fleischmann klar. „Ansonsten ist es besser, nach dem mittleren Bildungsabschluss die Ausbildung zu starten. Die Chancen vor Ort sind hierfür gut.“ Weiteres Problem bei der Berufsfindung ist, dass die Jugendlichen von den 349 Ausbildungsberufen nur fünf bis zehn Prozent kennen – und diese häufig auch nur dem Namen nach. Inhalte und Aussichten sind ihnen nicht geläufig.

Berufsberater der Arbeitsagentur informieren an allen Schulen des Landkreises zu festen Terminen und auf Anfrage über mögliche Perspektiven. Darüber hinaus erhalten Interessierte im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit in Korbach Informationsmaterial zu allen Berufsbildern. Individuelle Beratungstermine können über die Service- Hotline 01801/555111 vereinbart werden.

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