Altes MVZ an neuen Träger übergeben

Hospiz für den Landkreis

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Zufriedene Gesichter nach langen Verhandlungen: Geschäftsführer der Vitos-Holding Reinhard Belling, Finanzvorstand Heinrich Schnatmann vom Internationalen Bildungs- und Sozialwerk, Büroleiter Erhart Ritter vom Landkreis, Christl Weimann vom ambulanten Hospiz, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Landrat Reinhard Kubat, Einrichtungsleiter Hendrik Brieden, Annegret Kiendl-Viessmann vom ambulanten Hospiz, Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz und Regionalleiterin Veronika Menn vom Internationa

Frankenberg - Jahrelange politische Diskussionen sind Geschichte, die Verträge stehen: Das Kreiskrankenhaus hat das ehemalige Medizinische Versorgungszentrum an das Internationale Bildungs- und Sozialwerk verkauf. Das richtet dort bis Jahresende das erste stationäre Hospiz im Landkreis ein.

Abfallende Anspannung war auf den Gesichtern beinahe aller Beteiligter am Mittwoch-Vormittag zu sehen: Um die Einrichtung eines stationären Hospizes war in den vergangenen Jahren heftig gerungen worden – Politik und Hospizvereine wälzten Strategien und Standorte. Als sich die ehemalige Schönheitsklinik im Frankenberger Bockental als Favorit und das Internationale Bildungs- und Sozialwerk (Int-BSW) als Träger herauskristallisierte, gab es Störfeuer von einem Korbacher Privatmann, der eine eigene Einrichtung in der Kreisstadt finanzieren helfen wollte und damit fertig gebunden geglaubte Pakete nochmals aufschnürte.

Alles Geschichte: Landrat Reinhard Kubat erinnerte an den schwierigen Werdegang der stationären Hospizes am Mittwoch nur am Rande. Denn im Zentrum stand der Blick in die Zukunft: Kreisklinikum und Int-BSW haben den Verkauf des Gebäudes vertraglich besiegelt. Der Verkauf wird rechtsgültig, wenn der Landkreis eine Baugenehmigung erteilt. Denn das Int-BSW will kräftig investieren, wie Finanzvorstand Prof. Dr. Heinrich Schnatmann erläuterte: „Wir müssen rund 1,4 Millionen Euro in das Gebäude stecken“, sagt Schnetmann. Mit Kauf belaufen sich die Kosten für den Verein auf rund 2,4 Millionen Euro – der Kreis gibt zudem einen Investitionszuschuss von 500000 Euro und gleicht die dem Krankenhaus entstehende Differenz zwischen Kaufsumme von etwa 850000 Euro und Schätzwert des Gebäudes von rund 1,2 Millionen Euro aus. Schnatmann erläuterte, was bis Dezember getan werden muss im ehemaligen Medizinischen Versorgungszentrum: Zimmer und Bäder sollen barrierefrei umgestaltet werden, es soll Balkone an den Zimmern geben, einen neuen Fahrstuhl im Foyer und auch der Brandschutz sei für den neuen Nutzungszweck nicht entsprechend.

Organisation als Verein ein großer Vorteil

Schnatmann bewertete es als Vorteil, dass seine Einrichtung als Verein nicht auf Gewinne ausgelegt sei. Das erleichtere die Arbeit, auch wenn die Aufgabe keine einfache sei. „Es ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen“, verwies er auf die soziale Bedeutung der Betreuung Sterbender und ihrer Angehöriger. Er sei deshalb froh, dass er nicht nur die Rückendeckung des Kreises sondern auch der Hospizvereine habe.

Für den Frankenberger Verein sollen im Gebäude auch Büros und Seminarräume vorgehalten werden. „Ich bin froh und glücklich über die Entscheidung“, freute sich die Vorsitzende des Frankenberger ambulanten Hospizes, Christl Weimann, über die endgültige Entscheidung für den Standort. Kubat erinnerte, dass die Debatte um ein stationäres Hospiz überhaupt erst durch Weimann aufgekommen war. „Ich bin dankbar, dass der Landrat sein Versprechen eingelöst hat“, sagte sie. Wegen der vielen politischen Diskussionen habe sie zwischenzeitlich mehrfach die Kraft für den Kampf verloren – sei aber durch ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen immer wieder ermutigt worden, im Sinne der Sache weiter zu machen.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Donnerstag, 24. April 2015.

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