Korbacher Agentur für Arbeit gibt aktuelle Zahlen heraus

Im Juli gibt es 63 Arbeitslose mehr im Kreis

Szene in der Agentur für Arbeit
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In Waldeck-Frankenberg waren im Juli insgesamt 3983 Jobsuchende registriert, 63 mehr als im Juni.

In Waldeck-Frankenberg waren im Juli insgesamt 3983 Jobsuchende registriert, 63 mehr als im Juni. Das berichtet der Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper. Die Arbeitslosenquote bleibt im Vergleich zum Juni bei 4,5 Prozent.

Allerdings sind 1027 Arbeitslose mehr registriert als noch vor einem Jahr, ein Anstieg von 34,7 Prozent. Grund: die Corona-Krise. Dennoch macht Kemper eine „ganz positive Stimmung“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt aus: Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vorigen Monaten habe sich im Juli deutlich verlangsamt.

Im Agenturbezirk mit den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren im Juli 8195 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 34 mehr als im Juni. Die Quote liegt weiter bei 4,4 Prozent. In Schwalm-Eder sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 29 Menschen.

Die Lage in Waldeck-Frankenberg

Blick auf die drei Geschäftsstellen im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren 1875 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 16 mehr als im Juni und 458 mehr als im Juli 2019. Die Quote liegt weiter bei 4,5 Prozent, im Vorjahr betrug sie 3,4 Prozent.
  • In Frankenberg sind 1213 Arbeitslose erfasst, ein Plus von 24 gegenüber Juni und von 386 gegenüber dem Vorjahr. Die Quote steigt um 0,1 Punkte auf 4,2 Prozent.
  • In Bad Arolsen waren 895 Menschen ohne Beschäftigung – 23 mehr als im Juni und 183 Personen mehr als im Vorjahr. Neue Quote: 5,1 Prozent, im Juni lag sie bei 4,9 Prozent und im Vorjahr bei 4,0 Prozent.

Die Kurzarbeit

Für den März liegt eine erste Hochrechnung über die tatsächliche Kurzarbeit vor. Danach haben im Bezirk 1279 Betriebe für 9805 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Zum Vergleich: Kurzarbeit angezeigt hatten 1516 Betriebe für maximal 22868 Mitarbeiter, also für mehr als doppelt so viele.

Eine Tendenz über die tatsächliche Kurzarbeit durch die Corona-Pandemie will Kemper daraus aber nicht ableiten. Der „Lockdown“ kam erst Mitte März, daher müssten weitere Hochrechnungen abgewartet werden. Die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen insgesamt habe sich seit März um 31 auf jetzt 3204 erhöht, die Anzeigen umfassen maximal 43178 Arbeitnehmer.

Die aktuelle Statistik deutet für Kemper auf einen „widerstandfähigen Arbeitsmarkt“ hin. Die Arbeitgeber reagierten derzeit eher abwartend und nicht mit weiteren Entlassungen auf die Corona-Krise. „Das mag an den vorhandenen Instrumenten wie Kurzarbeitergeld oder an den langfristigen Perspektiven für ihre Branche oder das Unternehmen liegen.“

Guter Unternehmensmix

Nach Hochrechnungen sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs im zweiten Quartal erstmals seit langem gesunken – aber nur um 0,6 Prozent. Die Region habe bei Größe und Angebot einen guten Unternehmensmix, „das schützt vor größeren Ausschlägen.“ Und Kemper macht positive Anzeichen aus: Die Leiharbeit sei ein guter Indikator – und da stellten Firmen wieder ein.

Leichter Anstieg bei den offenen Stellen

Allerdings seien immer noch rund ein Drittel weniger offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr, also vor der Corona-Krise: Wie im Juni seien im Bezirk 2314 Offerten gemeldet, 1049 weniger als im Juli 2019. Allerdings steige die Zahl der neu gemeldeten Stellen seit April langsam an, im Juli seien 599 hinzugekommen, 41 mehr als im Juni.

Qualifizierung läuft wieder an

Positiv wirke sich aus, dass die Anbieter von Bildungs- und Qualifizierungsangeboten wieder Teilnehmer aufnähmen: Sie hätten ihre Konzepte den Corona-Herausforderungen angepasst.

„Die Pandemie wird uns noch eine lange Zeit begleiten“, schätzt Kemper. Er hoffe, dass der Agenturbezirk von einer neuen Corona-Welle verschont und der Arbeitsmarkt robust und dynamisch bleibe.

Noch viele Lehrstellen frei

Junge Leute haben noch gute Chancen, im Sommer eine Duale Ausbildung beginnen zu können: Im Agenturbezirk sind derzeit noch 858 offene Lehrstellen gemeldet, 661 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Agenturchef Kemper macht einen Rückgang der Bewerber aus. Ein Grund: die deutlich reduzierte Berufsorientierung in Corona-Zeiten mit ihren Schulschließungen, ausgefallenen Berufsmessen und einer für besucher geschlossenen Agentur.

Deshalb werde die Agentur mit ihren Partnern in der Wirtschaft eine Aktion starten, um Bewerber und Betriebe möglichst passgenau zusammenzubringen. Gerade das Handwerk ermöglicht es Lehrlingen, auch nach dem 1. August noch einzusteigen.

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