Zahl der Grundschüler steigt

Im Kreis werden die Lehrer knapp

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Die Einschulung kann kommen: Dank einer Liste der Schule hat Carina Binder schon alles gekauft, was ihre Tochter Lillie zum Schulstart braucht. Im Mäppchen soll jeder Stift beschriftet werden. Die Schultüte im Arm der Mutter ist noch aus dem Kindergarten, die echte wird für Lillie eine Überraschung am ersten Schultag. Das Kleid hat Oma Angelika extra zur Einschulung genäht.

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Grundschüler steigt sowohl in Waldeck-Frankenberg als auch in ganz Hessen. 1300 Erstklässler werden in dieser Woche im Landkreis an den Schulen erwartet, 50 mehr als im vergangenen Jahr. Das bedeutet auch, dass mehr Lehrer gebraucht werden.

Das ist ein Problem. Denn: „Wir können bei der Auswahl der Lehrkräfte nicht mehr aus einem ordentlich gefüllten Bewerberpool schöpfen.“ Diese Aussage des hessischen Kultusministers Alexander Lorz bestätigt auch Marion Temme vom Staatlichen Schulamt Fritzlar, das für die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder zuständig ist. Besonders bei Grund- und Förderschullehrern bestehe großer Bedarf. „Aber es ist gelungen, die Grundunterrichtsversorgung von 100 Prozent an allen Schulstandorten sicherzustellen“, sagt Temme. Um diesen Mangel zu beheben, werden Lehrer aus anderen Schulformen angeworben: „Im Schulamtsbezirk konnten knapp 20 Personen mit einem Lehramt für Gymnasien oder Haupt- und Realschulen für die Qualifizierung zur Grund- oder Förderschullehrkraft gewonnen werden“, sagt Temme. Interessenten könnten sich auch jetzt noch im Schulamt melden. Grundsätzlich gelte auch im Kreis die Ansage des Kultusministers, dass man um „jeden, der dafür infrage kommt, intensiv werben“ müsse. So würden zum Beispiel, insbesondere um den Vertretungsunterricht zu sichern, Menschen mit einer pädagogischen Qualifikation angesprochen und weitergebildet. Hauptgrund für den gestiegenen Bedarf an Lehrern ist der Zuzug von Flüchtlingen. „Der Schlüssel für die gelingende Integration liegt, das zeigt sich im Schulalltag, in einer guten Intensivsprachförderung. Schüler, denen es gelingt, sich mit Gleichaltrigen zu verständigen, können in der Regel reibungslos in eine Klassengemeinschaft integriert werden“, sagt Temme. (mia)

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