Gartentipps - WLZ-Monatstipp: Mit wilden Kräutern fit durchs Jahr  

Neunerley-Süppchen steckt voller Kraft

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Gänseblümchen: Sie können in die grüne Suppe noch verschönern.  

Waldeck-Frankenberg. Ach Du Grüne Neune! Endlich lässt sich die Ankunft des Frühlings spüren – jetzt können wir die Grüne Suppe zubereiten. Neun Kräuter enthält sie traditionell. 

Je nach Region sind es Löwenzahn, Brennnessel, Taubnessel, Gundelrebe, Scharbockskraut, Labkraut, Giersch, Dost, Schafgarbe, oder auch Wegerich, Guten Heinrich, Gänseblümchen, Bärlauch, Vogelmiere.

Gundelrebe, auch Gundermann genannt.

Die Gründonnerstagssuppe kann auch gut nach dem Gründonnerstag gegessen werden, vor allem, wenn das Frühjahr so spät kommt wie heuer. Ihre Heilkraft und „Entwinterungs-Kraft“ liegt zum einen in der grünen Farbe; mit ihr wird das junge Grün, das junge, wiederkehrende Leben gefeiert. Es gibt endlich wieder frische Nahrung nach der kargen Winterzeit. Die Neunerley-Suppe steckt voller Chlorophyll, das wunderbar entgiftet.

Die Mineralstoffdichte von Wildkräuter ist beeindruckend

Auch in unserer Überflussgesellschaft brauchen wir sie dringend, um die für die Winterernährung typische Übersäuerung und Mangelernährung auszugleichen – ja, trotz Überernährung fehlen uns oft einzelne Vitalstoffe. Die Vitamin- und Mineralstoffdichte der Wildkräuter ist beeindruckend. zum Beispiel enthält Brennnessel auf 100 Gramm 333 Milligramm Vitamin C, während Eissalat vier Milligram auf 100 Gramm enthält. Brennnessel enthält außerdem 630 Milligramm Calcium, Eissalat dagegen 19 Milligramm. Und Giersch hat 210 Milligramm Vitamin B2 pro 100 Gramm, Kopfsalat lediglich 14 Milligramm pro 100 Gramm.

Giersch, der viele Gärtner verärgert.   

Noch wichtiger sind wahrscheinlich all ihre sekundären Pflanzeninhaltsstoffe. Sekundär heißen sie, weil sie nicht zum schon länger bekannten primären Energiestoffwechsel der Pflanzen (Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett) gehören. Von den geschätzt 100 000 existierenden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen ist nur ein kleiner Teil ansatzweise erforscht. Dazu gehören Sulfide, die antibakteriell wirken, entzündungshemmende Flavonoide, entsäuernde und verdauungsfördernde Bitterstoffe, gewebestabilisierende Kieselsäure und viele andere mehr.

Interessant sind Studien-Ergebnisse, die zeigen, dass die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe nur im organischen Verbund so wirken, wenn sie isoliert werden, ändert sich ihre Wirkung. Deshalb: Gönnen Sie sich öfters ein grünes Süppchen! Wer keine neun wilden Kräuter findet, kann auch mit frischen Gartenkräutern kombinieren oder ein paar wilde Blättchen über eine andere Suppe streuen. Wie auch immer: So oft wie möglich ein Grünes Süppchen – das ist die Verwirklichung des hippokratischen Satzes „Möge Eure Nahrung Eure Heilung sein. Möge Eure Heilung Eure Nahrung sein“.

Grüne Suppe – Rezept 1

Neun frische Kräuter wie Holunderspitzen (wenig), Weißdornspitzen, Löwenzahn, Brennesseln, Taubnesseln, Giersch, Vogelmiere, Bärlauch, Knoblauchsrauke, Gundelrebe, Schafgarbe, Labkraut, Lungenkraut, Sauerampfer und Wegerich klein schneiden, kurz in Olivenöl dünsten, mit Wasser oder Gemüsebrühe ablöschen, 10 bis 15 Minuten köcheln, dann mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken, pürieren und Sahne dazugeben. Nach Belieben mit gerösteten Mandelblättchen bestreuen. Sehr hübsch wirkt eine Gänseblümchenblüte auf jedem Teller Suppe.

Grüne Suppe – Rezept 2

Dinkel keimen, 45 Minuten kochen, Zwiebelringe anrösten, mit Gemüsebrühe ablöschen und zum Dinkel geben. In Stücke geschnittene Kartoffeln und Möhren, klein gehackte oder gezupfte Wildkräuter dazu geben und weiterkochen, mit Pfeffer und Sahne (wenn es vom Feuer ist) abschmecken. Die Suppe kann auf dem Teller mit einem Klecks Schmand verziert werden. (Von Ute-Rahel Baer)

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