Immer mehr Völker sterben – Verarmung der Artenvielfalt

Imkerbund warnt: Es gibt zu wenige Bienen

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Rund 15 Prozent Verluste an Bienenvölkern sind in Waldeck-Frankenberg zu beklagen: Unser Bild zeigt unter anderem Rudolf Schwarz (rechts) und Achim Peltz (2. von rechts), die den Imkernachwuchs am Korbacher Lehrbienenstand unterrichten.

Waldeck-Frankenberg. Rund ein Fünftel der Honigbienenvölker hat den Winter nach Auskunft des Deutschen Imkerbundes nicht überlebt. Der Verein stützt sich auf eine Umfrage unter Imkern, die er im Frühjahr gestartet hatte. Auch in Waldeck-Frankenberg gab es Verluste.

Diese lagen bei rund 15 Prozent und damit im Rahmen der Vorjahre, schätzt der Vorsitzende des Korbacher Imkervereins, Karl-Friedrich Biederbick.

Auch er beruft sich auf Gespräche mit Imkerkollegen – eine amtliche Erhebung gibt es nicht. Nach Angaben der Welternährungsorganisation sind global gesehen 35 Prozent der Nutzpflanzen auf Bestäubung durch Insekten angewiesen oder erzielen so höhere Erträge. Viele Wildblumen und über 80 Prozent aller europäischen Nutzpflanzen, darunter viele Obst- und Gemüsearten, seien bei der Bestäubung ihrer Blüten auf Bestäuberinsekten wie Wildbienen angewiesen. 

Gibt es weniger Bienen, sinkt das Nahrungsangebot für den Menschen. „Die Verluste von Bienenvölkern bedeuten, dass auf Deutschland bezogen ein Verlust von rund 170 000 Bienenvölkern zu beklagen ist. Diese stehen im Frühjahr zur Bestäubung vieler Kultur- und Wildpflanzen nicht zur Verfügung. In anderen Tierbeständen wäre eine solche Verlustquote undenkbar“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. 

Im vorherigen Jahr seien es bundesweit deutlich weniger Verluste gewesen. Gründe für das Bienensterben sind laut Imker die Varroa-Milbe, das Wetter, eine Verarmung der Artenvielfalt und Monokulturen in der Landwirtschaft. Auch eine zunehmend bienenunfreundliche Umgebung dezimiere den Bestand. „Das Nahrungsangebot ist zuletzt für alle Insekten stark zurückgegangen“, sagen Biederbick und seine Imker-Kollegen Rudolf Schwarz und Heinz Graf. Alle engagieren sich am Lehrbienenstand in Korbach.

Was getan werden kann, um gegen das Bienensterben vorzugehen, lesen Sie in der gedruckten WLZ an Himmelfahrt 

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