Worauf Radler achten sollten

Immer mehr Fahrradfahrer: Das sagen Polizei, Tourismus, Förster

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Pegelhäuschen bei Schmittlotheim: Der Eder-Radweg folgt dem Lauf der Eder von Erndtebrück bis zur Mündung in die Fulda und weiter nach Baunatal. Insgesamt ist er 171 Kilometer lang.

Gefühlt waren noch nie so viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs wie in der aktuellen Corona-Krise. Und der Trend zum E-Bike hat die Zahl der Radfahrer nochmals steigen lassen.

Wir haben bei Polizei und Touristikern nachgefragt und auch beim Forstamt, weil viele Radler im Wald unterwegs sind, wie sie diese Entwicklung einschätzen. Mit E-Bike ist in der Regel ein Pedelec gemeint, dessen Motor beim Treten bis zu 25 km/h unterstützt.

Polizei: „Eine nennenswerte Problematik durch die Zunahme von Pedelecs hat sich bei uns im eher ländlichen Raum bisher nicht feststellen lassen, in Großstädten wird das sicherlich anders aussehen“, sagt Polizei-Sprecher Dirk Richter. Auch Beschwerden anderer Verkehrsteilnehmer über Fahrer von Pedelecs oder E-Bikes seien der Polizei im Landkreis bisher nicht bekannt geworden.

Allerdings ist die Zahl der Unfälle mit Pedelecs gestiegen: 2013 gab es einen registrierten Unfall, 2015 fünf, 2018 sieben, 2019 sogar 16. Auch deshalb sagt die Polizei: Wegen der Geschwindigkeit von E-Bikes muss man früher anfangen zu bremsen. Auch andere Verkehrsteilnehmer können die Geschwindigkeit unterschätzen.

Tourismus: „Verstärkt durch die Corona-Pandemie wird der Radtourismus gerade in Deutschland zunehmen und ein großes Potenzial auch für Waldeck-Frankenberg bieten“, sagen Klaus Dieter Brandstetter und Gabriele Garthe vom Touristik-Service Waldeck-Ederbergland. „Wir sind ständig dabei, die Betriebe zu schulen, wie sie die Radtouristen besser ansprechen können. Ziel ist die Zahl der Radtouristen zu erhöhen und auch mehr Wertschöpfung durch längere Aufenthaltsdauern der Radtouristen zu generieren.“

Forstamt:Viele Fahrradfahrer sind nicht nur auf Radwegen unterwegs, sondern auch im Wald – mit E-Bikes auch mal weiter entfernt vom Heimatort. Für die Förster sei dies grundsätzlich kein Problem, sagt Andreas Schmitt, Forstamtsleiter in Frankenberg. Er bittet aber darum, auf den Wegen zu bleiben, um Tiere und Pflanzen nicht zu stören. „Tiere sind eher dämmerungsaktiv, von daher wäre es schön, wenn Radfahrer zu diesen Zeiten nicht oder weniger im Wald unterwegs wären“, sagt er. Da aufgrund von Trockenheit und Borkenkäferbefall derzeit zahlreiche Bäume gefällt werden, sollten Menschen im Wald generell auf Sperrschilder achten. „Hier besteht ansonsten Lebensgefahr“, sagt Schmitt.  

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