Zusätzliches Angebot für mobilitätseingeschränkte Menschen

Impfen in Waldeck-Frankenberg: Wege werden für über 80-Jährige kürzer

Injektion: Für das „Aufsuchende Impfen“ stehen in den ersten drei Wochen 1800 Impfdosen bereit.
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Injektion: Für das „Aufsuchende Impfen“ stehen in den ersten drei Wochen 1800 Impfdosen in Waldeck-Frankenberg bereit.

Die Wege zu den Corona-Schutzimpfungen für die über 80-Jährigen in Waldeck-Frankenberg, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, werden kürzer.

Waldeck-Frankenberg - Ab 3. Februar erhalten Menschen dieser Altersgruppe ein Schreiben ihrer Stadt oder Gemeinde. Darin wird ihnen von der Verwaltung das Angebot unterbreitet, sich vor Ort impfen zu lassen – und zwar von einem der mobilen Impfteams, die derzeit auch in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen unterwegs sind.

Diese Impfungen sollen in nahegelegenen DGHs oder ähnlichen Gebäuden stattfinden und am 9. Februar beginnen, wenn auch das Impfzentrum des Landkreises in Korbach öffnet.

„Von den 22 Städten und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg sind mit Ausnahme von Korbach und Waldeck alle beim zusätzlichen Impfangebot dabei. Die beiden Kommunen haben deshalb auf eine Teilnahme verzichtet, weil von dort die Wege zum Korbacher Impfzentrum ohnehin kurz sind. Die Bürger in Korbach und der Stadt Waldeck werden aber auch von ihrer Kommune darüber informiert, wie sie an einen Impftermin kommen – nur läuft für sie die anschließende Termin-Vergabe weiter über die Plattformen des Landes Hessen “, berichtete der Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst, der auch dem Vorstand der Kreisversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes angehört. Die Bürgermeister hatten sich gemeinsam mit dem Landkreis beim Land Hessen für eine veränderte Impfstrategie eingesetzt. Grund dafür war das Chaos bei der Vergabe von Impfterminen für die über 80-Jährigen beim Impfzentrum Kassel (wir berichteten).

Landrat Dr. Reinhard Kubat und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese erläuterten bei dem gestern kurzfristig anberaumten Pressetermin im Kreishaus, dass ab 3. Februar alle über 80-Jährigen in Waldeck-Frankenberg angeschrieben und darüber informiert würden, wie sich der Ablauf des sogenannten „Aufsuchenden Impfens“ gestalte. „So möchten wir älteren, pflegebedürftigen und gesundheitlich stark beeinträchtigten Menschen über 80 Jahre die Möglichkeit eröffnen, sich wohnortnah impfen zu lassen“, betonen Kubat und Frese.

Beide bitten aber darum, dass dieses Angebot den Menschen vorbehalten werde, die keine Möglichkeit haben, nach Korbach zu kommen. „Wer mobil genug ist, sollte sich bitte im Zentrum impfen lassen, um den Menschen, die es benötigen, den Vortritt bei der Aufsuchenden Impfung zu lassen.“

Keine Impfteams für bettlägerige Menschen 

Das Angebot des „Aufsuchenden Impfens“ gilt nach Auskunft von Bürgermeister Jürgen van der Horst nicht für ältere Menschen, die bettlägerig sind. Es sei logistisch nicht möglich, diese mit einem mobilen Impfteam aufzusuchen. „Wir gehen aber davon aus, dass die Impfungen von Menschen, die ihr Zuhause nicht verlassen können, in absehbarer Zeit über die Hausärzte stattfinden. Hierbei ist entscheidend, dass die Impfstoffe, die dafür infrage kommen, verfügbar sind.“ 

Aufsuchendes Impfen: Start mit 1800 Dosen

Wie das „Aufsuchende Impfen“ im Detail abläuft, hier noch weitere wichtige Fragen und Antworten:

Wie können die Menschen einen Impftermin vor Ort bekommen?

Zunächst werden in Waldeck-Frankenberg ab dem 3. Februar alle über 80-Jährigen persönlich von ihrer Kommune angeschrieben und über die Möglichkeit des Impfens vor Ort informiert. „Die Menschen müssen dann selbst tätig werden und entsprechende Fragen beantworten sowie ihre Kontaktdaten nennen. Sie sind dann im System registriert und erhalten darüber auch sofort eine Information. Zu welchem Zeitpunkt sie schließlich zu einem Impftermin eingeladen werden, hängt davon ab, wann wie viel Impfstoff verfügbar ist“, sagt Battenbergs Bürgermeister Christian Klein, der auch Vorsitzender der Kreisversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes ist.

Also ist die Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs nach wie vor knapp?

Ja. Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese berichtete, dass die Impfstoffdosen, die der Landkreis Waldeck-Frankenberg erhalte, in mehreren Bereichen eingesetzt würden. „Geimpft wird aktuell in den Krankenhäusern sowie in den Alten- und Pflegeheimen. Ab 9. Februar öffnet dann das Impfzentrum in Korbach für die über 80-Jährigen, die mobil genug sind, um dieses aufsuchen zu können. Dann werden noch die mobilen Pflegedienste berücksichtigt.“ Unterm Strich blieben für die ersten drei Wochen des „Aufsuchenden Impfens“ ab dem 9. Februar 1800 Impfdosen übrig.

Wo finden die Impfungen der mobilen Teams im Zuge des „Aufsuchenden Impfens“ statt?

Die Orte für die erste Woche vom 9. bis 12. Februar stehen bereits fest. Es sind Bad Arolsen, Frankenberg, Bad Wildungen und die Gemeinde Edertal. Der Start in Arolsen findet im Bürgerhaus statt – die genauen Standorte in den anderen Kommunen stehen noch nicht fest.

Was machen Menschen, die bereits einen Impftermin in Kassel haben?

Hier bittet der Kreis darum, diesen wahrzunehmen. Die Doppelbuchung eines Impftermins sei nicht möglich.

Am 9. Februar öffnet auch das Impfzentrum in Korbach. Wer kann sich dort impfen lassen und wie läuft die Anmeldung?

Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahre, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben und mobil sind, können sich ab Mittwoch, 3. Februar für die Impfung im Impfzentrum Korbach anmelden. Das Land Hessen hat vorgegeben, dass die Anmeldung über zwei Wege möglich ist: Per Telefon über 0611/505 92 888 oder 116 117 sowie online unter www.impfterminservice.hessen.de oder www.impfterminservice.de.

Wie laufen die Impfungen in Korbach ab dem 9. Februar genau ab?

Das Impfzentrum in der Großsporthalle auf der Hauer wird zunächst montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. Es werden anfangs zwei Impfstraßen in Betrieb genommen. „Wir rechnen damit, dass wir so rund 100 Personen zunächst der priorisierten Altersgruppe pro Tag impfen können“, berichten Landrat Dr. Reinhard Kubat und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese.

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