Kontaktstelle in Korbach will die Angebote bekannter machen

In Waldeck-Frankenberg gibt es 60 Selbsthilfegruppen

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Kristin Schmidt-Momberg, Selbsthilfe-Kontaktstelle des Landkreises.

Waldeck-Frankenberg. In Waldeck-Frankenberg gibt es derzeit 60 Selbsthilfegruppen. Die meisten dieser Zusammenschlüsse von Betroffenen und Angehörigen drehen sich um chronische Erkrankungen wie Osteoporose, Schlaganfall oder Krebs, teilte die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Landkreises mit.

Dort koordiniert Kristin Schmidt-Momberg Angebote und Unterstützung für die Selbsthilfegruppen. Derzeit ist sie dabei, die Gruppen und die Kontaktstelle bekannter zu machen.

„Der Austausch in einem geschützten Raum unter Betroffenen, die ja Experten in eigener Sache sind, hilft, wieder gesund zu werden oder zu lernen, mit einer Erkrankung oder Sucht umzugehen“, sagt Schmidt-Momberg. Es sei wissenschaftlich erforscht, dass dies die Behandlungsdauer verkürzen und nach einer Behandlung wertvolle Hilfe bieten könne. „Ein Arzt oder eine Klinik kann diese soziale Unterstützung nicht leisten.“

Seit Februar 2016 gibt es die Kontaktstelle beim Fachdienst Gesundheit Am Kniep in Korbach. Aufgaben sind etwa, die Gruppen zu beraten, Fördermöglichkeiten zu zeigen, bei der Organisation zu helfen und Referenten zu vermitteln. Auch bei der Gründung neuer Gruppen unterstützt die Diplom-Sozialwissenschaftlerin mit ihrer halben Stelle. Und bei den Treffen aller Gruppen vier Mal im Jahr könne man „über den Tellerrand blicken“.

Der Landkreis unterstützt die Selbsthilfe auch finanziell: die Hälfte der Personal-, Raum- und Arbeitsplatzkosten werden von ihm übernommen. Die andere Hälfte von den Sozialversicherungsträgern. „Wir sehen uns als Vermittler. Selbsthilfe braucht auch nicht viel Geld. Das größte Problem für die Gruppen ist oftmals, einen Raum zu finden“, sagt Schmidt-Momberg. Die Kontaktstelle unterstütze auch bei Anträgen für Zuschüsse der Krankenkassen. Mit rund 500 Euro könne eine Gruppe pro Jahr im Schnitt gut arbeiten.

Zuschüsse von Krankenkassen

Die Kriterien, um Zuschüsse von Krankenkassen zu erhalten, seien für die Selbsthilfegruppen recht gut zu erfüllen, sagt Kristin Schmidt-Momberg von der Kontaktstelle. Voraussetzung seien etwa mindestens sechs Personen und dass man offen für weitere Mitglieder sei. Die Gruppe müsse sich regelmäßig treffen – mindestens vier Mal im Jahr. 

Und die Selbsthilfe-Kontaktstelle muss der Gruppe, die erstmals einen Antrag einreicht, eine Bescheinigung über Gründung und Existenz ausstellen. Zuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen gebe es aber nur für gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen, nicht für Gruppen zu „besonderen Lebenslagen“ wie Mobbing oder Trauer. 

Selbsthilfe-Kontaktstelle: Am Kniep 50, Korbach; Kristin Schmidt-Momberg, Tel. 05631/954888; E-Mail: shk@landkreis-waldeck-frankenberg.de

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