Corona-Pandemie eindämmen - Willinger wollen Vorreiter werden

Waldeck-Frankenberg: Infektionsketten schnell unterbrechen mit der „Luca-App“

Einchecken per QR-Code: Die Luca-App ermöglicht eine verschlüsselte digitale Kontaktnachverfolgung per Smartphone. Landkreis, Gemeinde und Gastronomie in Willingen unterstützen die digitale Infektions-Schutzfunktion.
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Einchecken per QR-Code: Die Luca-App ermöglicht eine verschlüsselte digitale Kontaktnachverfolgung per Smartphone. Landkreis, Gemeinde und Gastronomie in Willingen unterstützen die digitale Infektions-Schutzfunktion.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die Kontaktnachverfolgung ein wichtiger Baustein. Um diese in Waldeck-Frankenberg zu verbessern, setzt der Landkreis ab sofort auch auf die Handy-App „Luca“. Die Anwendung ermöglicht eine verschlüsselte digitale Kontaktnachverfolgung per Smartphone.

Waldeck-Frankenberg - Wer die App auf sein Handy geladen hat, kann sich damit bei Gastronomiebesuchen oder Veranstaltungen über einen QR-Code einchecken statt sich in eine Liste einzutragen. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass man währenddessen unwissentlich Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, kann der Fachdienst Gesundheit des Landkreises die Nutzer schnell und einfach kontaktieren – und so noch gezielter Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Der Schutz vor einer Ansteckung und Verbreitung des Virus könne so weiter erhöht werden.

Insbesondere für die Bereiche Gastronomie, Hotellerie und Freizeitgewerbe sei dies von Vorteil. Sobald eine Öffnung der Branche wieder möglich ist, könne die Luca-App im Ernstfall datensicher die Kontaktnachverfolgung des Fachdienstes Gesundheit unterstützen.

„Wir sind in der Pandemie an einem Punkt angekommen, an dem wir – neben den Impfungen und geltenden Regeln – weitere vor allem auch digitale Möglichkeiten nutzen sollten, die die Eindämmung des Virus weiter unterstützen können“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. Die App sei ein gutes Instrument und es wäre ideal, wenn möglichst viele Betriebe mitmachen – auch über die Kreisgrenzen hinaus. Die App könne auch für private Zusammenkünfte oder Feiern genutzt werden, sobald diese wieder möglich sind – und erstellt im Ernstfall eine persönliche Kontakt- und Besuchshistorie.

Die Gemeinde Willingen und die für sie so wichtigen Gastronomiebetriebe unterstützen das Projekt. Initiatoren aus Gastronomie und Freizeitwelt haben begonnen, die Werbetrommel für die gemeinsame Idee zu rühren. Im Kampf gegen die Pandemie und für die Wiedereröffnung ihrer Betriebe wollen die Willinger nicht länger nur auf Beschlüsse aus Berlin reagieren, sondern selbst aktiv werden. „Nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz gab es wieder einmal mehr Fragen als Antworten, was den Neustart unserer touristischen Branchen nach dem monatelangen Lockdown betrifft“, berichtet Gerlinde Scriba als Vertreterin der Willinger Gastronomie.
„Bei vielen Kollegen ist daher schnell der Wunsch entstanden, dass wir uns selbst mit zwei wichtigen Kernthemen der politischen Öffnungsstrategie auseinandersetzen: dem Testen und der digitalen Kontaktnachverfolgung per App, möglicherweise durch die von Rap-Urgestein Smudo bundesweit beworbene Luca-App“, ergänzt Natalie Rummel von der Freizeitwelt Willingen.

Diese Eigeninitiative für sicheren Tourismus sei bei der Gemeinde Willingen und dem Landkreis auf offene Ohren gestoßen, schildern Gerlinde Scriba und Natalie Rummel. Als große Vorteile der App nennen die Entwickler des Berliner Start-ups Nexenio die einfache und kostenlose Handhabung für Gäste und Betriebe mittels QR-Codes. Zettelwirtschaft und Kuli-Desinfektion würden damit der Vergangenheit angehören. Wer kein Smartphone hat, kann sich über ein Kontaktformular registrieren oder einen entsprechenden Schlüsselanhänger mit sich führen.

„Wir als Gemeinde samt unserer Tourist-Information unterstützen das Projekt in vollem Umfang“, betont auch Willingens Bürgermeister Thomas Trachte. Die Initiatoren aus Gastronomie und Freizeitwelt haben daher inzwischen begonnen, die Werbetrommel für die gemeinsame Idee zu rühren: „Um dem Gast seinen Aufenthalt in Corona-Zeiten so angenehm wie möglich zu machen, muss eine einheitliche App-Lösung unser Ziel sein“, fasst Gerlinde Scriba zusammen. „Als die Tourismusdestination in Hessen würden wir gern landesweit als Vorreiter für einen sicheren Tourismus fungieren“, sind sich die Fremdenverkehrsfachleute einig.  red/tk

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