Verwendung auch in Zahnpasta

Inhaltsstoff Titandioxid in Lebensmitteln nicht sicher

Zahnpasta, Medikamente, Kostmetikartikel
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Der Zusatzstoff Titandioxid macht Zahncreme weiß und gibt verschiedenen Kosmetikprodukten und Medikamenten eine bestimmte Konsistenz.

Der künstliche Inhaltsstoff Titandioxid ist umstritten. Dennoch wird er in Verbrauchsartikeln verwendet, unter anderem in Zahncreme für Kinder.

Waldeck-Frankenberg – Der künstliche Zusatzstoff Titandioxid ist von der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als nicht sicher eingestuft worden. Der Stoff kommt in vielen Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten vor. Von ihm drohen gesundheitliche Risiken auszugehen. Auf der Grundlage der Bewertung der EFSA soll auf EU-Ebene entschieden werden, ob Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff weiterhin zugelassen bleibt.

In den Kitas in Waldeck-Frankenberg ist derweil lange Zahnpasta verteilt worden, die diesen Zusatzstoff enthält. Der Verein für Zahnhygiene Darmstadt stellt Zahnärzten „Kinderzahnpasta“ zur Verfügung, die diese bei Besuchen der Einrichtungen zur Vorsorge an die Kinder verteilen. „Titanium Dioxide“ ist laut Verpackung einer der Bestandteile – wie in unzähligen anderen Produkten auch. Die Warnung der EFSA bezieht sich zunächst nur auf die Verwendung in Lebensmitteln.

Zahncreme wirkt auch ohne den Zusatzstoff

„In Zahnpasta ist er nicht gesundheitsschädlich, da er darin in gebundener, verarbeiteter Form in einem geringen Anteil vorkommt“, sagt Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene. Dennoch will der Verein auf die Diskussion um den Zusatzstoff reagieren und ab September umstellen, „weil Bedenken entstanden sind“, kündigt Dr. Rath auf Nachfrage an. Die Zahncreme soll dann kein Titandioxid mehr enthalten. Denn „man braucht den Zusatzstoff für die Wirkung der Zahnpasta nicht“.

Einige Hersteller hätten bereits die Produktion umgestellt. Der Zusatzstoff habe nur einen Einfluss auf die Farbe und die Konsistenz. Titandioxid sei zwar in Verruf geraten, Sorgen müsse man sich aber nicht machen, wenn man die Produkte nutze, meint Dr. Rath. Denn üblicherweise nähmen Kinder nur je einen kleinen Klecks zum Putzen und lernten früh das Ausspucken, so dass äußerst wenig davon in den Körper gelange.

Die Ernährungsberaterin Susanne Orth aus Helmscheid hingegen kritisiert grundsätzlich, dass solche bedenklichen Stoffe überhaupt in Lebensmitteln und anderen Artikeln für Verbraucher verwendet werden. Denn solche künstlichen Zusatzstoffe seien überflüssig und in der Masse oft gesundheitsschädlich. Titandioxid sei nur einer von vielen unnötigen Zusatzstoffen, die in Kombination mit anderen zum Beispiel Allergien auslösen könnten.

Verbraucher sollten beim Einkauf möglichst auf Inhaltsstoffe achten. (Stefanie Rösner)

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