Bericht zur Teilhabe im Landkreis Waldeck-Frankenberg von Uni Siegen erarbeitet

Inklusion: Aktionsplan steht in zwei Jahren

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Teilhabe im Landkreis: (von links) Lena Bertelmann, Uni Siegen, Lisa Mannweiler vom Landkreis, Prof. Dr. Albrecht Rohrmannm von der Uni Siegen und Erster Kreisbeigerodneter Karl-Friedrich Frese.

Waldeck-Frankenberg. Die Teilhabe behinderter Menschen in Waldeck-Frankenberg soll vorangetrieben werden. Mehr als zwei Jahre hat ein Zentrum der Uni Siegen die Inklusion im Landkreis untersucht. Der umfangreiche Bericht gibt Aufschluss über den aktuellen Zustand und darüber, wo es noch Nachholbedarf gibt.

In Teilhabeforen, durch Fragebögen und sogenannte Sozialraumerkundungen, bei denen behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam ihr Umfeld erkunden, haben die Wissenschaftler ihre Informationen zusammengetragen. Maßgeblich für die Teilhabe seien die Themen Mobilität, Bewusstsein und Sensibilität sowie die Infrastruktur. „Diese Faktoren bedingen sich teils gegenseitig – und sind eine Herausforderung“, sagt Lena Bertelmann von der Uni Siegen.

18 von 22 Kommunen im Kreis hatten die Fragebögen der Uni beantwortet. Dadurch zeigte sich, dass es lediglich zwei Behindertenbeiräte gibt. In den anderen Städten und Gemeinden würden die Belange Behinderter über Seniorenbeiräte vertreten. „Eine flächendeckende politische Partizipation der Personengruppe ist somit nicht gegeben“, heißt es im Bericht. Bei Planungsprozessen würden behinderte Menschen zudem nur rudimentär beteiligt. Die bauliche Barrierefreiheit sei bereits ein Thema im Landkreis, sagt Bertelmann. „Der Fokus ist hier aber oft sehr eng“, ergänzt Prof. Dr. Albrecht Rohrmann. „Barrierefreiheit stellt noch keine Teilhabe her.“

In etwa zwei Jahren soll ein verbindlicher Aktionsplan für den Landkreis vorliegen, sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung sollen ab sofort erarbeitet werden, im Frühjahr gibt es ein drittes und letztes Teilhabeforum. Seit 2014 ist Waldeck-Frankenberg Modellregion Inklusion/Barrierefreiheit.

Konvention der Vereinten Nationen

Der Landkreis ist verpflichtet, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) umzusetzen, die seit 2009 in Deutschland gilt. Zum anderen, so betont Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, sei es dem Landkreis auch ein Anliegen, die Rahmenbedingungen für Menschen mit Beeinträchtigungen zu prüfen.

Die Konvention beinhaltet – neben der Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte für alle – eine Vielzahl auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmte Regelungen, heißt es auf www.behindertenrechtskonvention.info. „Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die volle Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen ohne jede Diskriminierung aufgrund von Behinderung zu gewährleisten und zu fördern.“

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