Tipps für die Weide und den Ausritt

Insektenschutz für Pferde

+
Die Plagegeister sind nicht nur lästig, sie können auch Krankheiten oder sogar winzig kleine Parasiten übertragen. 

Pferde auf der Weide müssen sich im Sommer mit wahren Wolken aus kleinen Summern plagen. Insekten nerven und können Krankheiten übertragen. Gut, dass es Maßnahmen zum Schutz gibt, ohne die Insekten zu töten. Hier einige Tipps.

Insekten sind die artenreichsten Tiere der Natur, mehr als eine Million Arten wurden bisher gezählt. Sie leben nur einige Tage oder wenige Wochen, hinterlassen aber jede Menge Nachkommen. Diesem Heer an Plagegeistern den Kampf anzusagen, ist ein fast sinnloses Unterfangen, dass man allerdings nicht aufgeben sollte, denn sie sind nicht nur lästig, sondern auch Krankheitsüberträger. In unseren Breitengraden sind ihre Stiche und Bisse in der Regel zwar relativ harmlos, aber sie tun weh, jucken heftig und können sich entzünden.

Pferde auf der Weide werden zurzeit wieder von Wolken aus Fliegen begleitet.

Ein Wundermittel gegen die lästigen Plagen bietet weder die Hausapotheke noch die Industrie, aber man kann die Folgen mit Angeboten aus beiden Bereichen im Rahmen halten. Auch vorbeugend kann eine Menge erreicht werden. Am besten lässt man Mückenpopulationen gar nicht erst entstehen. Regentonnen, Wassereimer und Pfützen sind in Stall und Hof ideale Brutplätze für viele Mückenarten. Fliegenfamilien leben gerne in Matsch, Wasser und an dunklen Plätzen. Werden Pferde aufgestallt, muss besonders häufig die Einstreu gewechselt werden, denn Insekten mögen die etwas muffige Luft am Boden. Spinnweben dagegen sollte man nicht entfernen, denn Spinnen sind fleißige Insektenjäger. Idyllisch gelegene Weiden am Wald mit Bachlauf sind auch bei Insekten sehr beliebt und deshalb im Hochsommer für Pferde alles andere als idyllisch. Eine etwas höher gelegene Weide, mit einer leichten Brise gefällt Pferden bei Hitze besser.

Pferdebremsen sind Blutsauger und der Stich der großen Tiere ist besonders schmerzhaft.

Repellents (englisch: Schreckstoffe) sind Insekten vertreibende Mittel. Repellentien sind keine Insektizide, sie töten die Insekten nicht, sie wehren sie ab. Ihre Inhaltsstoffe entwickeln eine Aura rund ums Pferd, die Insekten die Sauerstoffaufnahme erschwert. Oder sie stören bzw. überdecken den Lockmechanismus, der vom Geruch des Pferdes ausgeht. Sie werden täglich (nicht nur vor dem Weidegang oder beim Ausritt, sondern auch im Stall) entweder aus der Sprühflasche, als mit der Hand aufzutragendes Gel oder – im Bereich um Augen und Nüstern – mit einem ‘Roller’ aufgebracht. Grundsätzlich dürfen Insektenschutzmittel nicht auf offene Wunden oder Schleimhäute aufgetragen werden. Zum Schutz des Pferdekopfes und der Ohren sprüht man das Mittel auf ein Tuch und reibt es vorsichtig ein.

Bei Pferden, die generell Angst vor dem Sprühgeräusch haben, trägt man das Mittel ebenfalls am besten mit einem weichen Lappen oder Schwamm auf.

Eine Fliegendecke kann empfindliche Pferde wirksam schützen.

Oft genügt eine Behandlung aus der Hausapotheke, und es gibt viele Tipps und Tricks, die rasche Hilfe und Linderung bringen. Erste Regel aber ist, den starken Juckreiz und eventuelle Schwellungen zu unterdrücken. Hier einige Tipps:

• Reiter und Pferd wird beim frischen Insektenstich mit Zwiebelsaft geholfen. Wird er auf den Stich geträufelt, wirkt er entzündungshemmend und lindert den Juckreiz.

• Teebaumöl wirkt sofort schmerzlindernd und kann auch bei schon offenen Stichen unbedenklich eingerieben werden.

• Knoblauch wirkt desinfizierend und lindert den Juckreiz. In Verbindung mit kaltem Essig kühlt er und lässt die Schwellung zurückgehen.

• Kriebelmückenstiche am Euter der Stuten oder im Bereich des Schlauches bei Wallachen und Hengsten jucken weniger und entzünden sich nicht so schnell, wenn man sie mit einer Mischung aus Arnika und Essigwasser abreibt und anschließend dick Melkfett aufträgt. Kühlende Umschläge, Waschungen und auch eine medikamentöse Behandlung kann den betroffenen Tieren helfen.

• Die Eier der Dasselfliege, die man als kleine gelbe ‚Sprenkel’ im Fell sieht, sitzen fest und lassen sich nur schwer entfernen. Mit einer Wasser-Obstessig-Mischung lassen sie sich aber abwaschen.

• Bei Insektenstichen hilft auch Ballistol gegen Juckreiz an der Schweifrübe, bei Satteldruck, bei Kriebelmückenbefall, kann man die Ohren des Pferdes damit säubern.

• Grapefruitkernextrakt ist als Pulver oder flüssig in der Apotheke zu erhalten und hält mit Wasser gemischt Fliegen fern. Man kann sowohl das Pferd, als auch den Stall damit einsprühen. Pur hilft der Extrakt die Folgen von Stichen zu lindern.

Natürlich helfen auch Salben und Lotionen aus dem Bereich der Humanmedizin – aber die sind meist teuer und werden oft vom Reiter selbst gebraucht.

Und: Ob Spray oder Hausmittel, alles muss vorsichtig ausprobiert werden, um die Reaktion des Pferdes abzuwarten und damit Probleme zu vermeiden. Insektenstiche sind meist schmerzhaft und unangenehm, aber selten gefährlich, wenn sie den Körper betreffen und keine Allergie auslösen.

Bei Stichen im Augen-, Ohren- oder Maulbereich oder gar bei einem allergischen Schock allerdings sollte der Tierarzt gerufen werden. /Barbara Liese

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare