Inzidenz in Waldeck-Frankenberg bei 100

Land lehnt Spahns Plan ab: Impfzentrum in Korbach wird nicht wieder geöffnet

Alles ausgeräumt: In der Sporthalle auf der Hauer in Korbach wird das Impfzentrum des Landkreises gerade abgebaut. Die Zelte sollen voraussichtlich Ende dieser Woche verschwunden sein. Corona-Impfungen sind vor allem in Hausarztpraxen weiter möglich – der Landkreis unterstützt die Impfkampagne mit speziellen Impfterminen.
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Alles ausgeräumt: In der Sporthalle auf der Hauer in Korbach wird das Impfzentrum des Landkreises gerade abgebaut. Die Zelte sollen voraussichtlich Ende dieser Woche verschwunden sein. Corona-Impfungen sind vor allem in Hausarztpraxen weiter möglich – der Landkreis unterstützt die Impfkampagne mit speziellen Impfterminen.

Auch in Waldeck-Frankenberg steigt die Zahl der Corona-Erkrankungen stetig. Am Mittwoch, 3. November, lag die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit acht Wochen wieder bei 100.

Wegen der bundesweit steigenden Fallzahlen haben sich Gesundheitsminister Jens Spahn und Ärztepräsident Klaus Reinhardt in dieser Woche dafür ausgesprochen, die Impfzentren wieder zu öffnen. Dadurch sollen die Auffrisch-Impfungen (Booster-Impfungen) vorangetrieben werden. Dieser Plan stößt aber sowohl beim Land Hessen als auch beim Landkreis Waldeck-Frankenberg auf Ablehnung.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht keine Notwendigkeit, die hessischen Impfzentren wieder zu öffnen. Überall in Hessen sind ausreichend Impfstoff und Kapazitäten vorhanden, um zeitnah einen Impftermin für eine Erst-, Zweit- oder – entsprechend der Stiko-Empfehlung – auch für eine Auffrischimpfung gegen Covid 19 zu erhalten“, teilte das Hessische Sozialministerium auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dass die Impfungen inzwischen durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte übernommenen wurden, biete zudem den Vorteil, dass die regional verteilten Praxen oft einfacher und schneller zu erreichen seien als wenige zentrale Impfzentren.

Auf die Entscheidung des Landes verweist auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit Blick auf das geschlossene Impfzentrum in der Sporthalle auf der Hauer in Korbach. „Die Herrichtung der Halle zum Impfzentrum hat im vergangenen Jahr rund zwei Wochen gedauert. Nach jetzigem Kenntnisstand ist nicht davon auszugehen, dass das Gebäude nochmals zum Impfzentrum umfunktioniert wird“, sagte Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin beim Landkreis, auf Anfrage.

Aktuell laufe der Rückbau des Impfzentrums in der Sporthalle auf Hochtouren. Die Halle sei fast vollständig geräumt, die Messebausysteme seien zurückgebaut und die Räume wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden. „Momentan finden noch kleinere Umbauarbeiten statt, auch die Sportgeräte, die in der Hauerhalle gegenüber lagern, werden zur Nutzung wieder in die Sporthalle eingelagert. Die Zelte sowie die Außenausstattung sollen voraussichtlich bis Ende der Woche abgebaut werden“, so Heimbuchner. Schlussendlich werde noch eine umfassende Reinigung erfolgen. Geplant sei, dass die Halle Mitte November wieder für den Sportbetrieb genutzt werden könne.

Weitere Impf-Termine im November in Korbach

Laut Landkreis liegt die Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Waldeck-Frankenberg mittlerweile bei 100,3.  Um die Arztpraxen in Waldeck-Frankenberg bei der Impfkampagne zu unterstützen, bietet auch der Landkreis mindestens bis Ende des Jahres offene Impfaktionen ohne Voranmeldung an:

Erst- und Zweitimpfungen sind am kommenden Samstag, 6. November, von 9 bis 13 Uhr im Korbacher Gesundheitsamt Am Kniep 50 möglich und ab dem 13. November samstags von 9 bis 13 Uhr im umgezogenen Corona-Testzentrum in der Weizackerstraße 12 bis 14 in Korbach. Hier können auch Personen vorbeikommen, die eine einmalige Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben. Drittimpfungen (Booster- bzw. Auffrischungs-Impfungen) werden ab dem 16. November dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Corona-Testzentrum in der Weizackerstraße 12 bis 14 in Korbach möglich sein. Hierbei ist zu beachten, dass nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission geimpft wird: Das bedeutet, dass zunächst nur Personen über 70 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Pflegepersonal und Personal in medizinischen Einrichtungen eine Booster-Impfung erhalten können.

Unabhängig davon, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung handelt, sollten folgende Unterlagen zur Impfung mitgebracht werden: Die Krankenversicherungskarte, ein Ausweisdokument und möglichst der Impfpass. Bereits Geimpfte sollten zudem die Unterlagen ihrer Erst- bzw. Zweitimpfung bereithalten.

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