Waldeck-Frankenberg

Jäger beklagen Hinhaltetaktik bei Jagdsteuer

- Waldeck - Frankenberg. Enttäuscht von der Kreispolitik sind die Vorsitzenden der Jagdvereine in Waldeck-Frankenberg. „Wir fühlen uns von den Politikern verschaukelt“, betont der Vorsitzende der Waldecker Jägerschaft, Heinz Langerzik.

Anfang November habe es nach „mehreren Monaten des Hinhaltens“ ein gemeinsames Treffen der Vorsitzenden der Jagdvereine in Waldeck-Frankenberg mit Landrat Dr. Reinhard Kubat und dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Niederstraßer gegeben. „Bei diesem Treffen ging es um die Jagdsteuer und die Bejagung von Schwarzwild“, berichtet der Vorsitzende der Jägervereinigung Frankenberg, Hans Ammenwerth.

In Sachen Schwarzwildbejagung sei vereinbart worden, dass die Jäger alles daransetzen würden, die Schwarzwildpopulation einzugrenzen. „Gleichzeitig haben wir versucht, die Problematik der ungerechten Durchschnittsbesteuerung zu verdeutlichen“, erklärt Karl-Friedrich Arendt, Vorsitzender des Jagdschutzvereins Edertal. Die Vertreter des Landkreises hätten vorgeschlagen, den Jägerschaften noch 2010 die Möglichkeit zu geben, ihren Standpunkt in einer Kreisausschusssitzung darzulegen. „Diese Gelegenheit haben wir aber nie bekommen“, beklagt Arendt, „obwohl unser Interesse groß ist, unsere Argumente der Politik vorzustellen.“

Die ergeben sich vor allem aus dem Vergleich mit anderen Branchen. So gebe das Hessische Kommunalabgabengesetz dem Landkreis die Möglichkeit, neben der Jagdsteuer auch Fischerei- und Gaststättenerlaubnissteuer zu erheben, erklärt Langerzik. „Warum nur die Jäger zur Kasse gebeten werden, können wir uns nur mit wahlkampftaktischen Überlegungen erklären“, so Langerzik, „die Jäger werden im Landkreis wohl nur dazu benötigt, den maroden Kreishaushalt zu sanieren und die Schwarzwildpopulation einzudämmen.“Als Reaktion auf die ausbleibende Einladung in den Kreisausschuss kündigen die Jäger nun Aktionen an, um auf ihre Interessen aufmerksam zu machen. (r)

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