Umfrage von Landesschülervertretung für Waldeck-Frankenberg ausgewertet

Jeder dritte Schüler im Landkreis ist Opfer von Mobbing

+
Schüler in ganz Hessen wurden für die Umfrage befragt.

Waldeck-Frankenberg. Mehr als 50 000 Schüler hat der hessische Landesschülerrat in den vergangenen Monaten zu Unterrichtsausfall, Stress, Mobbing und neuen Medien befragt. Aus Waldeck-Frankenberg haben 2751 Mädchen und Jungen teilgenommen. Ein Ergebnis: Die Schüler im Landkreis fühlen sich durch zu viele Hausaufgaben überlastet.

Die Teilnahme an der Umfrage war freiwillig, berichtet Hannah Kriebel. Die Korbacherin ist stellvertretende Vorsitzende der Landesschülervertretung und hat die Fragen gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen entwickelt. Die Schulen hätten darüber entschieden, ob die Schüler teilnehmen durften, einige im Landkreis hätten die Teilnahme abgelehnt. Die Fragen beantwortet haben hauptsächlich Neuntklässler aus allen Schulformen, so Kriebel. In Hessen habe es damit zum ersten Mal eine so große Befragung von Schülern gegeben, deutschlandweit sei sie einzigartig.

30 Prozent der Befragten stimmten der Aussage voll zu, dass sie durch Hausaufgaben mehr Stress im Alltag hätten, weitere knapp 24 Prozent gaben an, dass dies eher zutreffe. Zudem finden gut 35 Prozent, dass die Hausaufgaben, die sie derzeit gestellt bekommen, nur teilweise sinnvoll seien.

Die Befragung hat auch gezeigt, dass gut 29 Prozent der Befragten bereits Opfer von Mobbing gewesen sind. In mehr als jedem dritten Fall ist es demnach sogar zu körperlicher Gewalt gekommen. Zum Thema im Unterricht werden Mobbing und Diskriminierung aber nur teilweise gemacht, gaben rund 28 Prozent an.

Gut 61 Prozent der Schüler aus dem Landkreis sagten, dass Unterrichtsausfälle nicht oft vorkommen, 26 Prozent entschieden sich für die Aussage „trifft teilweise zu“. Die Qualität von Vertretungsunterricht wird von fast jedem Zweiten als eher negativ bewertet.

Mehr als 52.000 Schüler befragt

Von Dezember 2017 bis Februar 2018 hat der hessische Landesschülerrat insgesamt 52 913 Schüler aller Schulformen zu den unterschiedlichsten Themen befragt, vor allem Neuntklässler haben teilgenommen. Dabei ging es unter anderem um Hausaufgaben, die berufliche Orientierung, neue Medien, Gestaltungsmöglichkeiten im Unterricht, Lehrerengagement, Inklusion, Stundenausfall und das Ernährungsangebot an Schulen.

Die Landesschülervertretung hat die Fragen ausgearbeitet, ein Team der Uni Frankfurt hat sie auf ihre Wissenschaftlichkeit untersucht. Die Ergebnisse sind einsehbar im Internet auf www.lsv-hessen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare