Waldeck-Frankenberg

Jeder Mensch reagiert aufs Wetter

- Waldeck-Frankenberg (jos/nv). Plustemperaturen bis zu zehn Grad sagen Meteorologen für die nächsten Tage vorher. Der plötzliche Wetterumschwung nach der langen Kälteperiode macht nicht nur Wintersportfreunden, sondern auch wetterfühligen Menschen zu schaffen.

„Jeder Mensch ist wetterreagierend“, berichtet der Deutsche Wetterdienst auf seiner Internetseite (www.dwd.de) unter dem Stichwort „Biowetter“. „Um optimale Organfunktionen zu gewährleisten, muss zum Beispiel der Körperkern konstant auf einer Temperatur von 37 Grad Celsius gehalten werden“, heißt es aus Offenbach. Folglich muss bei Wetteränderungen eine entsprechende Regulation mithilfe des vegetativen Nervensystems geschehen. Empfindlich, nicht krank Wetterwechsel machen nach Angaben der Experten nicht krank. Vielmehr ist das Wohlbefinden beeinträchtigt.

„Wetterfühligkeit gilt nicht als Krankheit. Aber der Begriff Überempfindlichkeit ist von Bedeutung“, bestätigt Dr. Wolfgang Grebe. „Wir unterscheiden zwischen Wetterempfindlichkeit und Wetterfühligkeit. Wetterempfindlichkeit heißt: Ich habe sowieso schon Beschwerden wie etwa eine Narbe nach einer Operation. Dann merke ich bei einem Wetterumschwung, dass an den Narben oder Gelenken Schmerzen vermehrt auftreten“, erklärt der Frankenberger. „Die richtige Wetterfühligkeit ist noch ein bisschen mehr. Hier geht es auch um die Stimmung. Es gibt Leute, die sind immer gut drauf, denen macht das Wetter nichts aus. Sensiblere Menschen oder jemand, der sowieso Magenschmerzen hat und sich nicht gut fühlt, für den kann das Wetter ein zusätzlicher Auslöser sein.“

„Betroffene fühlen sich schlecht. In diesem Fall ist es erst einmal zweitrangig, ob ich Beschwerden anhand medizinischer Parameter nachweisen kann“, stellt Dr. Peter Koswig, Vorsitzender des Ärztenetzes Waldecker Land, klar. Wetterfühlige Menschen klagen nach Angaben des Korbacher Allgemeinmediziners über Abgeschlagenheit, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen oder Migräne, verweist er auf die häufigsten Symptome von Wetterfühligkeit. Dass Personen mit Vorerkrankungen besonders empfindlich reagieren, darin sind sich Wetterexperten und Mediziner einig – denn andere Erkrankungen schränken die Regulationsfähigkeit ein. Zu diesen Vorbelastungen zählt Koswig zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie zu niedrigen Blutdruck. Die Meteorologen ergänzen die Liste um rheumatische und psychische Beschwerden sowie Atemwegserkrankungen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 7. Januar

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