Waldeck-Frankenberg

Jugendarbeitslosigkeit treibt Quote hoch

- Waldeck-frankenberg (nv). Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg liegt im Juli um 259 Personen höher als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr erholt sich der Arbeitsmarkt dennoch weiter.

„Wir folgen dem Bundestrend“, betont Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, mit Blick auf den erhöhten Wert. Den Anstieg von 4082 Arbeitslosen im Juni auf 4341 Arbeitslose im Juli (plus 6,3 Prozent) bezeichnet Kemper jedoch als „moderat“. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,8 Prozent auf 5,1 Prozent.

„Der Anstieg ist deutlich von der Jugendarbeitslosigkeit getrieben“, betont Kemper. Bei den 15-bis 25-Jährigen stieg die Zahl binnen eines Monats von 447 auf 610 Personen und damit um 36,5 Prozent. „Das ist aber kein Rückschritt, sondern eine normale saisonale Entwicklung“, erklärt der Fachmann. Zwischen Schulabschluss und Ausbildungsstart – 1301 Ausbildungsstellen sind derzeit gemeldet – ist es üblich, dass sich verstärkt Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos melden.

Laut Kemper spielen folgende Faktoren eine Rolle: l Nach Abschluss ihrer Berufsausbildung wechseln einige junge Leute bewusst den Betrieb und melden sich für die Übergangszeit arbeitslos. l Gleiches gilt für junge Leute, die bislang einen Beruf ausgeübt haben und nun studieren wollen. l Der Wegfall von Wehr- und Zivildienst wirkt sich ebenso aus, da weitaus weniger junge Leute den Freiwilligendienst antreten. In den nächsten Jahren könnte die Jugendarbeitslosigkeit noch mehr ins Gewicht fallen: Ab 2012 verlassen die durch die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre (G 8) entstandenen Doppel-Jahrgänge die Schulen und stürmen an die Universitäten. Die Berufsberater sind laut Kemper bereits bestrebt, die Gymnasiasten zu beraten.

„Der Weg in die Führungsetage geht auch über einen handwerklichen Beruf, zum Beispiel über die Meisterschule oder ein duales Studium“, erklärt Jobcenter-Geschäftsführer Reinhold Lohmar. „Unser Arbeitsmarkt ist trotz der gestiegenen Jugendarbeitslosigkeit aber nach wie vor in guter Verfassung“, hebt Kemper hervor.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 29. Juli.

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