Aktionen entfallen wegen Pandemie

Jugendfeuerwehren in Waldeck-Frankenberg holen Weihnachtsbäume nicht ab

Hilfreich für Bürger und Wehren: Die jungen Feuerwehrleute (im Bild die Korbacher im Jahr 2019) sammeln sonst alljährlich Weihnachtsbäume ein – mit den Aktionen fehlen in der Pandemie auch Spenden und besonders das Gemeinschaftsgefühl.
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Hilfreich für Bürger und Wehren: Die jungen Feuerwehrleute (im Bild die Korbacher im Jahr 2019) sammeln sonst alljährlich Weihnachtsbäume ein – mit den Aktionen fehlen in der Pandemie auch Spenden und besonders das Gemeinschaftsgefühl.

Wegen der Pandemie sehen Jugendfeuerwehren in Waldeck-Frankenberg vom üblichen Weihnachtsbaum-Sammeln ab. Ein Verlust nicht nur an Bequemlichkeit und Spenden.

  • Wegen der Corona-Lage sollen die Jugendfeuerwehren nicht von Haus zu Haus gehen und alte Weihnachtsbäume sammeln.
  • Damit fehlen den Jugendfeuerwehren nicht bloß Spenden, sondern vor allem das Erlebnis, zusammen etwas für die Allgemeinheit zu schaffen.
  • Die Abfallberatung hat Tipps, um den Weihnachtsbaum zu entsorgen.

Waldeck-Frankenberg – Mit 60 bis 80 Sammelaktionen für ausgediente Tannenbäume erleichtern die Jugendfeuerwehren im Landkreis Waldeck-Frankenberg normalerweise den Start ins neue Jahr, schätzt Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Potthof. Doch in der Pandemie wurden diese größtenteils abgesagt.

Die Kommunen müssten entscheiden, ob die Sammlungen vor Ort angesichts der Infektionslage möglich sind: „Es ist aber völlig unstrittig, dass wir als Jugendfeuerwehr – und damit auch die Kommune – einen Schutzauftrag gegenüber unseren Jugendlichen haben“, führt er aus: Angesichts des Infektionsgeschehens sei das extrem problematisch. Kontakte seien bei Sammelaktionen nicht zu vermeiden – gerade weil nie sicher sei, wo ein Infektionsgeschehen vorliegt. Bei manchem verlaufe es schließlich symptomfrei, sei aber dennoch ansteckend. „Jugendliche da von Haus zu Haus ziehen zu lassen, geht gar nicht“, meint er: „Es ist es nicht wert, dass einer von ihnen krank wird oder etwas mit nach Hause schleppt.“ Auch im Hinblick auf die Vorbildfunktion der Feuerwehren rate der Kreisverband dringend davon ab, Aktionen durchzuführen.

Vereinzelt sei derweil in Absprache mit den Kommunen ermöglicht worden, Weihnachtsbäume am Feuerwehrhaus abzugeben, beispielsweise in Twistetal. Abgesehen davon seien die Annahmestellen für Baum- und Grünschnitt, die es in allen Kommunen gebe, sicherlich der richtige Anlaufpunkt.

Egal, wie jemand seinen Baum entsorgen will: Es ist wichtig, dass sämtlicher Baumschmuck inklusive Lametta sorgfältig entfernt wird – der gehöre gegebenenfalls in die Restmülltonne, erläutert die Abfallberatung Waldeck-Frankenberg. Die einfachste Lösung sei sicherlich, den Baum klein zu schneiden und über die Biotonne zu entsorgen. Wegen der Jahreszeit sollte in diesen genügend freies Volumen vorhanden sein.

Verschiedene Kommunen bieten über die Müllabfuhr auch Weihnachtsbaumsammlungen an. Die Termine dazu finden sich gegebenenfalls im Abfallkalender, ebenso wie die Öffnungszeiten der einzelnen Schredderplätze in den Kommunen.

Ausgediente Weihnachtsbäume müssen nicht zwangsläufig weggeworfen werden. Als eine Alternative nennt die Abfallberatung Waldeck-Frankenberg, sie Ziegenhaltern anzubieten: Saubere Weihnachtsbäume würden viele gerne zur Winterfütterung der Tiere verwenden. Der Zirkus Barelli und der Wildpark Frankenberg haben derweil keinen Bedarf mehr. Bäume im Ofen zu verbrennen erzeuge derweil viel Rauch bei wenig Heizwert, erklärt Markus Potthof.

Gemeinschaftserlebnis fehlt den Jugendfeuerwehren

Wenn die Jugendfeuerwehren im Kreis Anfang Januar Weihnachtsbäume einsammeln, ist das nicht nur bequem: Die Bürger lassen ihnen auch Spenden zukommen. Selbst in kleineren Orten kommen einige hundert Euro zusammen, in größeren gehen sie in den vierstelligen Bereich, schätzt Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Potthof.

Diese Spenden seien wichtig, um die Arbeit der Jugendfeuerwehren zu finanzieren: Gerade besondere Aktion und Projekte wie Fahrten, T-Shirts und Materialbeschaffungen werden häufig mit den Einnahmen finanziert, erklärt Potthof. Lindernde Umstände: Anfang des vergangenen Jahres wurden zwar noch Bäume und somit Spenden gesammelt, Projekte, Fahrten und Freizeiten konnten wegen der Pandemie aber nicht stattfinden.

„Viel problematischer sind die fehlende Außendarstellung und das wegfallende Gemeinschaftserlebnis, das sonst den Zusammenhalt der Gruppe stärkt“, erläutert Markus Potthof. In jedem anderen Jahr könnten sie bemerken: „Wir schaffen gemeinsam mit unserer Gruppe etwas für die Allgemeinheit.“ Das sei für die Jugendlichen ein wichtiger Aspekt. Den Mädchen und Jungen, die sich in der Feuerwehr engagieren, seien Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft wichtig – das könnten sie normalerweise beim Sammeln erleben.

Über Spenden würden sich die Jugendfeuerwehren trotzdem freuen. Für Sommer und Herbst hoffen sie, mit den Jugendlichen wieder Aktionen durchführen zu können. „Und alle Bürger können sich darauf verlassen, dass die Jugendfeuerwehren sich auch dann wieder für die Allgemeinheit einsetzen – das Geld ist also gut angelegt“, so Markus Potthof. (wf)

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