Waldeck-Frankenberg

Junge Arbeitnehmer häufiger krank

- Waldeck-Frankenberg (tt). Arbeitnehmer in Waldeck-Frankenberg waren 2010 häufiger krank als im Jahr zuvor. Das geht aus dem neuesten DAK-Gesundheitsreport hervor.

Der Krankenstand unter den DAK-Versicherten im Landkreis ist 2010 von 3,5 auf 3,6 Prozent angestiegen und liegt damit knapp über dem Landesdurchschnitt. Das bedeutet, dass an jedem Tag im Jahr 2010 von 1000 Versicherten der DAK 36 Arbeitnehmer krankgeschrieben waren. Die Ergebnisse basieren auf Umfragen unter den Versicherten der Krankenkasse, sind aber „ein Signal für den Landkreis“, so der Korbacher DAK-Chef Manfred Riepel.

Zum Vergleich: Der Landkreis Gießen verzeichnet in Hessen den höchsten Krankenstand (4,2 Prozent), unter anderem gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis und Limburg-Weilburg. Den niedrigsten Krankenstand hat die Stadt Frankfurt (2,8 Prozent). „Im Rhein-Main-Gebiet melden sich die Arbeitnehmer seltener krank als im Norden“, erklärte Riepel. Über die Gründe könne er aber nur Spekulationen anstellen, wie zum Beispiel berufliche Frustsituationen oder andere psychische Faktoren.

Miit dem Anstieg des Krankenstandes geht auch die Zunahme der Ausfalltage bei bestimmten Krankheiten einher. So wurde im vergangenen Jahr ein Viertel der kranken Arbeitnehmer in Waldeck-Frankenberg wegen Muskel-Skelett-Problemen arbeitsunfähig geschrieben. Darunter fallen unter anderem Rückenbeschwerden oder Knieprobleme. Den größten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichneten Kreislauferkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck oder Schlaganfälle). Hier stieg die Zahl um 44 Prozent.

Auch Verletzungen und psychische Erkrankungen nahmen deutlich zu. Atemwegsbeschwerden (Erkältung, Bronchitis) und Erkrankungen des Verdauungssystems gingen zurück. Insgesamt liegt Waldeck-Frankenberg bei der Hälfte der genannten Krankheitsgruppen über dem Landesdurchschnitt. Außerdem gibt es im Landkreis viele Langzeitkranke. 3,6 Prozent der Krankheitsfälle verursachen 41,6 Prozent der Ausfalltage. Das sind jene Arbeitnehmer, die mehr als 43 Tage krankgeschrieben sind. Zu solch langen Ausfallzeiten führen immer häufiger Depressionen. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen ist im Landkreis im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent gestiegen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 22. September.

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