In der Kreisverwaltung macht die Alterspyramide Kopfstand · Verjüngung ist das Ziel

Junge Leute braucht der Kreis

Waldeck-Frankenberg - Die Kreisverwaltung braucht eine Verjüngung in den nächsten Jahren. Fast die Hälfte der Mitarbeiter ist über 50 Jahre alt.

Ob Unternehmen oder Verwaltungen – viele Belegschaften in Betrieben und Behörden sind überaltert. Sparkurse und Einstellungsstopps haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass es an Nachwuchs fehlt. Und die weitere demografische Entwicklung macht eines sonnenklar: Für viele Unternehmen und Verwaltungen wird es künftig schwer, frisches Blut zu bekommen. Ein Beispiel ist die Kreisverwaltung. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 44 Jahren, bestätigt Personalleiter Hubertus Thöne: „Wir sind bemüht, dies abzubauen.“ Sprich: Junge Leute braucht das Landratsamt, um die Kontinuität in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu bewahren. Angestoßen hat das Thema zuletzt FDP-Fraktionschef Dieter Schütz in der Beratung des Haushalts für 2013. Das dicke Zahlenwerk enthält nämlich eine Grafik mit der Altersstruktur der Kreisverwaltung. Da drohe „ein Loch“ in Zukunft, erklärte Schütz. Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD) teilte die Einschätzung: „Das ist in der Tat eine der wichtigsten Grafiken im Haushaltsentwurf.“ Der Landkreis sei bemüht um einen „guten Mix“ aus jüngeren und erfahrenen Mitarbeitern. Insgesamt zeigt der Haushaltsplan des Landkreises 508 Stellen für 2012 über alle Abteilungen. Angesichts etlicher Teilzeitposten summiert sich dies nach den Zahlen der Kreisverwaltung auf knapp 640 Personen. Davon wiederum sind 298 Beschäftigte mindestens 51 Jahre und älter. Chance für junge Leute Seit Jahren steht in der Kreisbehörde ein Personalentwicklungsplan zur Debatte. Derzeit wird eine „Rahmendienstvereinbarung“ zwischen Personalrat und Kreisspitze ausgehandelt. Bis Ende 2013 sollen 70 Prozent der Stellen „bewertet“ sein, bis Ende 2014 100 Prozent. In gleichen Zügen sollen auch regelmäßige Mitarbeitergespräche eingeführt werden. Weiteres konkretes Ziel in den nächsten fünf Jahren: das Durchschnittsalter um zehn Prozent zu senken – demnach auf unter 40 Jahre zu drücken. Die Perspektiven für junge Bewerber beim Kreis seien gut, betont Landrat Kubat: „Wir bilden ordentlich aus, fördern junge Menschen und alle haben eine sehr gute Chance, nach der Ausbildung auch übernommen zu werden.“ Schon jetzt würden sich die Abteilungen um junge Leute „rangeln“. Über viele Jahre habe die Kreisverwaltung in der Vergangenheit zu wenig auf eine Verjüngung geachtet.Der auch politisch viel diskutierte Personalentwicklungsplan beim Kreis soll bald stehen. Für das Jahr 2013 sind dabei auch 20 000 Euro für einen externen Berater vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare