Einrichtungen bieten keine Arbeit mehr an - Skepsis ist vorhanden  

Junge Straftäter sind immer schwerer für Sozialstunden zu vermitteln

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Waldeck-Frankenberg. Für die Jugendgerichtshilfe in Waldeck-Frankenberg wird es immer schwieriger, Einrichtungen zu finden, in denen jugendliche und heranwachsende Straftäter Sozialstunden in Form von gemeinnütziger Arbeit ableisten.

Darauf weisen die Gerichtshilfe und der Korbacher Richter Henrik Ludwig hin. „Leider kommt es heutzutage immer häufiger vor, dass junge Menschen während der Verrichtung ihrer Arbeiten negativ in Erscheinung treten. Sie werden mitunter auch verdächtigt, weitere Straftaten begangen zu haben“, sagt Ludwig. 

Bei einer freiwilligen Feuerwehr im Landkreis habe beispielsweise einmal ein junger Mann gearbeitet, der an seinem letzten Tag das gesamte Leergut der Feuerwehr samt Trinkgeldkasse auf sein Fahrrad gepackt und geklaut habe. So etwas trage dazu bei, dass Feuerwehren oder andere Einrichtungen in Waldeck-Frankenberg keine jungen Straftäter mehr aufnehmen wollen. Bis zu 17 000 Sozialstunden sind in Waldeck-Frankenberg jedes Jahr zu vermitteln – und das wird laut Henrik Ludwig immer schwieriger. 

„Den jungen Straftätern fehlen heute immer öfter gewisse Grundkompetenzen, die sie früher aus dem sozialen Miteinander im Familien- und Freundeskreis noch verstärkt hatten. Da sind heute Personen dabei, die in ihrem Leben noch nie gefegt oder etwas weggeräumt haben“, sagt der Richter. Viele wüssten zwar, wie ein Smartphone zu bedienen sei, bei körperlichen Tätigkeiten bräuchten jedoch viele mehrfach konkrete Anweisungen. 

„Das ist für die Einrichtungen sehr anstrengend“, so Ludwig. Hinzu komme, dass der Arbeitsmarkt mittlerweile mehr Möglichkeiten biete, an günstige Arbeitskräfte zu kommen. Es gebe unter anderem viele junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Ludwig: „Einrichtungen bedienen sich daher auch stärker aus diesem Angebot.“

Welche Gründe dahinter stecken, warum Einrichtungen keine Straftäter mehr für Sozialstunden einstellen, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der WLZ am 15. Mai 

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