Großer Saal und Turnhalle der Hainaer Grundschule gesperrt

Kabelbrand im Hainaer Bürgerhaus

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Haina (Kloster) - Nach dem ersten Schreck war Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus erleichtert: „Gott sei Dank kein offenes Feuer, zum Glück wurde niemand verletzt.“ Unklar ist jedoch noch die Höhe des Schadens, der durch den Brand im Verteilerschrank des Bürgerhauses entstanden ist.

Ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen zum Kabelbrand im Kellergeschoss des Bürgerhauses führte, darüber gibt es zunächst nur Mutmaßungen. Fest steht lediglich, dass ein Mitarbeiter von Energieversorger Eon Mitte am Donnerstagnachmittag am Verteilerkasten gearbeitet hatte. Dabei kam es offensichtlich zu einem Kurzschluss. „Offene Flammen hat es aber nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Rudolf Backhaus, während er die Arbeit der Feuerwehren aus Haina, Löhlbach und Halgehausen verfolgte.

Um 14.38 Uhr waren die drei Wehren von der zentralen Leitstelle in Korbach alarmiert worden. Sie rückten mit insgesamt fünf Fahrzeugen aus. Auch das Rote Kreuz schickte einen Rettungswagen. Am Bürgerhaus angekommen, legten mehrere Trupps Atemschutzgeräte an und verschafften sich im völlig verrauchten Kellergeschoss einen ersten Überblick. Schnell stellte sich heraus, dass sich beim Ausbruch des Brandes außer dem Eon-Mitarbeiter niemand weiteres im Bürgerhaus aufgehalten hatte. Und der Mitarbeiter hatte sich schon vor Eintreffen der Wehren unverletzt ins Freie retten können.

Durch die Kellerschächte stieg auch eine halbe Stunde nach der Alarmierung noch beißender Rauch, der die Außenwand schwarz färbte. Etliche Anlieger verfolgten die Arbeiten. Den Kabelbrand hatten die Feuerwehrleute zu diesem Zeitpunkt bereits gelöscht. Sie brachten Lüfter in das Gebäude, um die giftigen Gase der verbrannten Kunststoffummantelungen der Kabel aus dem Keller zu drücken. Im Erdgeschoss wurden Fenster und Türen geöffnet, um auch dort für Frischluft zu sorgen. Ein weiterer Lüfter wurde angeschlossen. Er blies saubere Luft in das Bürgerhaus. Während der Löscharbeiten war die Frankenberger Straße gesperrt. Einsatzleiter war Frank Wölk von der Halgehäuser Wehr.

Im Kellergeschoss des Bürgerhauses befinden sich ausschließlich Technikräume: die Heizung, die Stromverteilung, das durch eine Brandschutztür gesicherte Öllager. Doch dort läuft auch die Lüftung zusammen. Und über dieses System hatte sich der Qualm im gesamten Gebäude verteilt: außer im Bürgerhaus auch in der angrenzenden Schulsporthalle.

Beide Einrichtungen bleiben deshalb heute und über das Wochenende geschlossen. Darauf verständigten sich Bürgermeister Backhaus und Hainas Wehrführer Thomas Bahr. Da nicht auszuschließen sei, dass sich bislang unentdeckt giftige Gase im Erdgeschoss gesammelt hätten, ginge die Gemeinde auf Nummer sicher, erklärte Carsten Buch von der Hainaer Verwaltung. „Es soll niemand auch nur der geringsten Gefahr ausgesetzt werden.“ Zu Problemen dürfte die Sperrung nicht führen. „Über das Wochenende ist das Bürgerhaus nicht belegt.“Buch rechnet für heute mit ersten verlässlichen Angaben zur Schadenshöhe. Zunächst müsse die Versicherung verständigt werden, ein Elektriker der Gemeinde werde sich am Freitag einen exakten Überblick über den Zustand der Stromkabel im Kellergeschoss machen.

Von Rouven Raatz

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