Energiebedarf steigt, Baustellen ruhen

Eisige Kälte: Der Frost bestimmt den Alltag vieler Menschen

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Die Kleidung kann gar nicht warm genug sein: Diese Mitarbeiter des Bauhofes Korbach – Karl Tönepöhl (von links), Christian Hesse und Alexander Wacker – beseitigen und schneiden Hecken an der Hauer, als Vorbereitung auf den Hessentag, wo Zugangswege für Fußgänger benötigt werden. Bei minus zehn Grad Celsius sehnen sie sich nach dem Aufwärmen während der Mittagspause.

Waldeck-Frankenberg. Warm anziehen und Heizung aufdrehen oder Kamin anheizen lautet in diesen Tagen das Motto für Alle. Die Kälte spüren nicht nur diejenigen, die sich draußen aufhalten.

Ene rgiebedarf: Die Menschen heizen derzeit viel mehr als in den ersten Wintermonaten. Am gestrigen Mittwoch mit durchschnittlich minus neun Grad Celsius verzeichnete der Energieversorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) 22 Prozent mehr Verbrauch an Gas im Vergleich zum 15. Februar, als es minus 0,1 Grad Celsius kalt war. Im gesamten Monat Februar heizten die Kunden im Vergleich zu Januar 28 Prozent mehr, im Vergleich zu Dezember etwa 18 Prozent mehr. Für Endkunden wirke sich die große Nachfrage nicht auf die Preise aus, denn es gebe eine Preisgarantie, sagt Axel Seedorff von der EWF.

Au tofahrer: Tankstellen verzeichnen zurzeit einen Mehrbedarf an Produkten wie Frostschutzmitteln, bestätigt Mario Klapp von der Tankstelle Klapp in Mengeringhausen. Die A.T.U.-Autowerkstatt in Korbach bedient in diesen Tagen vermehrt Kunden, deren Autobatterie wegen der Kälte versagt hat.

• Bauarbeiter: Viele Baustellen ruhen derzeit. Angestellte des Unternehmens Rohde in Meineringhausen arbeiten wegen der eisigen Temperaturen zurzeit nicht draußen. Außerdem würde frischer Beton bei Frost kaputtfrieren.

• Waldarbeiter: „Wir haben jetzt die Kälte, die wir seit Monaten herbeigesehnt haben“, sagt Eberhard Leicht, Leiter des Forstamtes Burgwald. Endlich könne die Holzernte mit Maschinen erledigt werden, ohne dabei den Waldboden zu beschädigen. Waldarbeiter müssten warme Funktionskleidung tragen. Zum Aufwärmen machen sie Pausen in beheizten Schutzhütten. „Wir wünschen uns, dass es noch lange kalt bleibt“, sagt Leicht. Denn erst ab minus 20 Grad würden die für den Forst lästigen Borkenkäfer absterben.

Ba uhof: „Es ist extrem kalt im Moment, das ist eine Belastung für unsere Mitarbeiter“, sagt Friedhelm Schmidt, Betriebsleiter Eigenbetrieb Technische Dienste und Feuerwehr Korbach. Jetzt sei aber die Zeit für gewisse Arbeiten, etwa um Sträucher zu schneiden. Solche Aufgaben müssten erledigt werden, ohne Rücksicht auf das Wetter. Auch für die Feuerwehren seien tiefe Temperaturen eine Herausforderung. Wasserrohrbrüche drohten und das Wasser für Löscheinsätze könnte in den Leitungen gefrieren.

Für Donnerstag und Freitag ist für Waldeck-Frankenberg weiterhin Dauerfrost vorhergesagt.

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