Waldeck-Frankenberg

Kaffeefahrt statt Geldgewinn

- Waldeck-Frankenberg (bs). Der Einfallsreichtum, um über Gewinnspiele an das Geld anderer Leute zu kommen, scheint unerschöpflich: So erhielt der Korbacher Otto Lange dieser Tage Post aus Emstek in Niedersachsen. Nachdem er bereits Wochen zuvor einen Brief in den Papierkorb geschmissen hatte, erinnerte diesmal die Firma „Finanzdienstleistungen Schubert – Klein – Richter“ letztmalig an den festgesetzten Termin zur nachträglichen Gewinnübergabe.

Genau 980,07 Euro soll der Korbacher endlich bekommen, da sich der Finanzdienstleister mit Erfolg für alle Geschädigten von Gewinnmitteilungen der Firma „Gewinn-Service“ eingesetzt hat. Ausgezahlt wird angeblich der ursprüngliche Gewinn vom März 2010 in Höhe von 956,75 Euro plus Zinsen (96,92 Euro) abzüglich der Auslagen der Emsteker Firma (73,60 Euro). In dem Schreiben heißt es: „Wie bereits mitgeteilt, konnte bei der Abwicklung dieser Firmen für Sie eine angemessene Summe realisiert werden. Diese Summe wurde Ihrem Travelkonto gutgeschrieben.“

Der Haken an der Sache: Das Geld vom Travelkonto kann nicht per Post zugestellt, sondern muss persönlich in Empfang genommen werden. Möglich ist das am 25. Juli in einer Zweigstelle der Firma in der Nähe von Korbach – dafür muss man sich allerdings bis spätestens 11. Juli für eine Fahrt bei „Müller Reisen UG“ anmelden. Um die Teilnahme schmackhaft zu machen, haben die Organisatoren für die Gewinner und ihre Begleiter gleich ein „wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Frühstück“ vorbereitet. Außerdem steht noch ein warmer Imbiss bereit. „Außerdem konnten wir noch eine Zusatzprämie aus den Lagerbestandsauflösungen der betroffenen Firmen für Sie aushandeln“, verspricht Hans Peter Richter einen kostenlosen Artikel im Wert von 162,90 Euro.

Als Otto Lange daraufhin im Internet recherchiert hat, ist er auf der Seite www.senioren-kompass.de auf einen Bericht über den Finanzdienstleister aus Emstek gestoßen. Dort ist nachzulesen, dass die gleiche Masche bereits im Januar in Schwerin abgelaufen ist. Statt des erhofften Gewinns erlebten die Teilnehmer eine sogenannten Kaffeefahrt, in deren Verlauf sie keinen einzigen Euro ausgezahlt bekamen.

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