Kreistag verabschiedet Resolution gegen den Anbau von genverändertem Saatgut

„Kein Genmais im Landkreis“

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„Die Genmaissorte 1507 birgt potenzielle gesundheitliche Risiken“: Der Kreistag fordert Bundes- und Landesregierung auf, die Zulassung der gentechnisch veränderten Sorte zu verhindern.

Waldeck-Frankenberg - Gegen den Anbau der möglicherweise gesundheitsschädlichen Genmaissorte 1507 hat sich mit großer Mehrheit der Kreistag ausgesprochen. In einer Resolution fordert das Parlament Bundes- und Landesregierung zum Widerstand auf.

In dem von Landrat Dr. Reinhard Kubat vorgelegten Resolutionsantrag werden Bundesregierung und Landesregierung aufgefordert, die von der Europäischen Union genehmigte Einführung der Genmaissorte 1507 des Herstellers Pioneer Dupont mittels einer Ausstiegsklausel zu verhindern. Die Zulassung der Genmaissorte 1507 berge „potenzielle gesundheitliche Risiken, die vorsorglich ausgeschlossen werden müssen“.

Zur Begründung verwies Kubat auf die Vorgeschichte auf EU-Ebene: Mit einer Enthaltung bei der Abstimmung der EU-Landwirtschaftsminister am 11.Februar in Brüssel hat die Bundesrepublik Deutschland eine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung der genmanipulierten Maissorte 1507 verhindert und damit den Anbau innerhalb der EU ermöglicht. „Dabei wurden die Bedenken der Fachministerien für Wirtschaft und Landwirtschaft übergangen sowie gegen den Willen der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes verstoßen“, sagte der Landrat.

Die Mehrheit der Landwirte im Landkreis habe sich bereits mittels einer freiwilligen Selbstverpflichtung gegen die Nutzung von Gentechnik ausgesprochen. Die berechtigten Anliegen dieser Landwirte gelte es, „auch im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher“ zu schützen. Denn die Schäden, die auch durch die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen entstehen, würden auch auf die Landwirte zurückfallen, so Kubat weiter.

Diese Gefahr sei dann besonders hoch, wenn in „Natura-2000-Schutzgebieten“ gewirtschaftet wird. „Dies ist vor allem im Landkreis Waldeck-Frankenberg in vielen Fällen gegeben“, unterstrich der Landrat.Bislang gebe es keine gesicherten Erkenntnisse über die Konsequenzen der gentechnisch veränderten Maissorte 1507. Es bestehe hingegen der begründete Verdacht, dass das von der Pflanze produzierte Gift auch Nutzinsekten schädigt und sich eventuell im Boden anreichert.

Keine Mehrheit fand der Antrag der FDP, die Forderung nach einer schärferen Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte mit in die Resolution aufzunehmen.

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