Betreiber in Waldeck-Frankenberg auch gegen Abkleben von Kameras

Kein Handy-Verbot in Schwimmbädern

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In heimischen Schwimmbädern gibt es Einschränkungen für das Filmen und Fotografieren. Ohne Kameras wären solche Schnappschüsse allerdings nicht möglich: Auf diesem Symbolfoto springt ein Kind vom Drei-Meter-Brett. 

Waldeck-Frankenberg. Besucher von Schwimmbädern in Frankfurt und Offenbach müssen seit Kurzem ihre Handykamera abkleben. In Wiesbadener Bädern sind die Geräte noch komplett verboten, aber auch hier denkt man über die „Camsticker“ nach.

Für Schwimmbäder in Waldeck-Frankenberg ist das keine Lösung. Aus den Bädern in Bad Wildungen, Korbach, Frankenberg, Battenberg und Gemünden heißt es, man sei sich des Problems des unerlaubten Fotografierens bewusst. 

"Ein Abkleben der Foto-Linsen, wie es in Offenbach gemacht wird, halten wir schon für etwas überzogen“, sagt Günther Gutheil, Geschäftsführer des Heloponte in Bad Wildungen. „Wenn sich Menschen gegenseitig fotografieren und daher damit einverstanden sind, ist das natürlich gestattet. Wenn aber gezielt Bilder oder Videos gemacht werden, ohne, dass die abgelichteten Badegäste Kenntnis davon haben, wird das direkt unterbunden."

So wird es auch in Korbach gehandhabt: "Unsere Angestellten sind bei diesem Thema hochgradig sensibilisiert", sagt Wolfgang Wilhelm, Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft. Sollte etwas auffällig sein, werde die Situation von den Angestellten genau geprüft und es werde entsprechend eingegriffen. Allerdings gilt kein generelles Handyverbot: "Das ist bei dieser Masse an Besuchern und Geräten überhaupt nicht durchsetzbar. Eine entsprechende Security ist zudem nicht zu finanzieren." 

Als "kontraproduktiv" sieht Dirk Dornseif, leitender Schwimmmeister im Battenberger Hallen- und Freibad, ein generelles Handyverbot in den Battenberger Bädern an. Die Betreibergesellschaft Energie Waldeck-Frankenberg sei gerade dabei, in ihren Bädern W-Lan einzurichten, um die Attraktivität zu erhöhen. "Parallel dazu Handys zu verbieten – das macht nun wirklich keinen Sinn", sagte Dornseif.

Hintergrund

Damit niemand das neue Fotoverbot im Offenbacher Waldschwimmbad umgeht, müssen Besucher ihre Handykameras abkleben. Auch in Frankfurter Bädern gilt bald die Pflicht zum Überkleben. Der Aufkleber sei an der Kasse kostenlos erhältlich. Der Sticker werde auf die Kameralinse geklebt und sei später leicht abziehbar. Bei Verstößen würden die Besucher ermahnt, könnten im Notfall auch aus dem Schwimmbad verwiesen werden. Mit dem Fotoverbot will der Offenbacher Schwimmclub verhindern, dass Badegäste ungewollt und unbemerkt abgelichtet werden. Selbst Aufnahmen mit Freunden oder der eigenen Kinder sind tabu. (ts)

Wie Hausordnungen in den Bädern die Gäste schützen sollen, lesen Sie in der gedruckten WLZ am Samstag, 27. Mai

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