"Regionalbudget" 2020

Kellerwaldverein: Regionalförderung im Eiltempo

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Das von Kurt Franz erstellte Modell von Alt-Berich wird im Museum Schloss Waldeck präsentiert.

„Auf dem Land kann man mit kleinem Geld viel erreichen“, sagt Frankenaus Bürgermeister Björn Brede in seiner Doppelrolle als Vorsitzender des Kellerwaldvereins.

„Kleines Geld“ sind die 165 000 Euro an Zuschüssen von Bund und Land, die 2020 in 22 Projekte in der Kellerwald-Edersee-Region fließen. „Regionalbudget“ nennt sich dieser Geldtopf.

Der Verein als regionale Entwicklungsgruppe und der Fachdienst Regionalentwicklung des Landkreises haben die 22 Vorhaben aus 35 Bewerbungen ausgewählt, erklärt Lisa Küpper, Geschäftsführerin des Kellerwaldvereins. Die Zuschüsse lösen Gesamtinvestitionen von mehr als 200 000 Euro aus.

„Die Projekte müssen mindestens 1000 und dürfen maximal 20 000 Euro kosten“, ergänzt Lisa Küpper. Städte und Gemeinden sind als Empfänger ebenso vertreten, wie Vereine oder Selbstständige und kleine Unternehmen. 90 Prozent des Zuschusses tragen Bund und Land. Den Rest steuern die Kommunen als Eigenanteil bei. Wer in dieser Runde nicht zum Zuge kam, braucht nicht den Kopf in den Sand zu stecken, ermutigt Björn Brede: „Oft fehlten nur Kleinigkeiten, um die Förderbedingungen zu erfüllen.“ Mit den gewonnenen Erfahrungen könnten die Interessierten nächstes Jahr an die Unterstützung gelangen.

Das „Regionalbudget“ wurde erstmals 2019 aufgelegt. Auch bei der Premiere war der Kellerwaldverein dabei und sicherte mit dem Landkreis Zuschüsse für Projekte in der Region, wie die beiden Partner es seit Jahrzehnten erfolgreich mit Blick auf EU-Förderprogramme tun. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen den EU-Töpfen und dem neuen „Regionalbudget“, den Lisa Küpper erläutert: „Während die EU-Programme mehr Zeit lassen, müssen die Projekte aus dem Regionalbudget im selben Jahr umgesetzt werden.“

Das heißt: Der Aufruf zu den Bewerbungen erging im Dezember 2019. Die ersten sechs Wochen 2020 vergingen mit der Prüfung der eingereichten Bewerbungsunterlagen und der Auswahl der begünstigten Vorhaben. Eine kurze Frist, die nur dank des hohen Einsatzes aller Beteiligten einzuhalten war, unterstreicht Brede.

„Am 15. Oktober müssen alle bezuschussten Projekte fertig sein“, sagt Lisa Küpper: Die Corona-Krise bremst aber. Das betrifft besonders Vereine. Sie mussten wegen der Kontaktbeschränkungen viele Arbeitseinsätze für ihre Vorhaben bis auf Weiteres verschieben oder in Kleinstgruppen agieren. „Wir befinden uns in Gesprächen mit Bund und Land, dass dies berücksichtigt wird im Terminplan“, unterstreicht Brede.

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