Waldeck-Frankenberg

Keuchhusten keine Kinderkrankheit

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- Waldeck-Frankenberg (md). Während Keuchhusten früher als Kinderkrankheit galt, erkranken daran inzwischen viele Erwachsene. Daher rät die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (Berlin) Erwachsenen zu einer Impfung.

Keuchhusten (Pertussis) wird vor allem durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht und über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Ein kräftiges Niesen reicht aus, um Umstehende anzustecken. „Das Bakterium ist hochgradig aggressiv, sodass 80 bis 90 Prozent der Menschen, die damit in Berührung kommen, auch erkranken“, erklärt Dr. Meike Bökemeier, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Korbach, auf Nachfrage der WLZ-FZ. Inzwischen bekommen Erwachsene häufiger Keuchhusten als Kinder.

Bei der Krankenkasse DAK zum Beispiel sind „Dreiviertel aller Keuchhusten-Patienten älter als 18 Jahre“, sagt Manfred Riepel, Chef bei der DAK in Korbach. „Insgesamt mussten 2009 rund 8500 Versicherte wegen Keuchhusten ärztlich behandelt werden.“ Bundesweit sollen jährlich rund 100 000 Menschen betroffen sein. Je nach Alter und körpereigener „Abwehrlage“ können die Anzeichen der Erkrankung sehr unterschiedlich sein. So fehlt bei Erwachsenen meistens der für die Krankheit im Kindesalter so charakteristische Husten mit anschließendem Würgereiz, weshalb die Erkrankung häufig nicht diagnostiziert wird. „Oft fühlt sich der Keuchhusten bei Erwachsenen erst mal wie eine harmlose Erkältung an“, sagt die Kinderärztin. Später klagen die Betroffenen über Wochen bis Monate anhaltenden Husten. Deshalb wird die Erkrankung auch als 100-Tage-Husten bezeichnet.

„Viele Menschen glauben, dass sie gegen Keuchhusten immun sind, weil sie in der Kindheit bereits daran erkrankt oder dagegen geimpft worden waren. Doch an Keuchhusten kann man mehrfach erkranken und eine Impfung schützt nicht ein Leben lang“, sagt Bökemeier. Vollständig geschützt sei jedoch niemand.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 22. Februar

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