Unterhaltsvorschuss: Kreis muss mehr zahlen

Kinder, deren Eltern getrennt leben, erhalten mehr Geld

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Nach der Trennung geht es auch ums Geld: Wenn die Väter für den Unterhalt ihrer Kinder nicht aufkommen können oder wollen, springt der Staat ein. Ab Juli wird der Unterhaltsvorschuss neu geregelt.

Von Katja Rudolph und Thomas Hoffmeister Waldeck-Frankenberg. 636 Kinder in Waldeck-Frankenberg, deren Eltern getrennt sind, erhalten derzeit Unterhalt vom Jugendamt. Grund dafür ist meist der Vater, der nicht zahlen kann oder will.

Durch eine Gesetzesänderung, die im Juli dieses Jahres in Kraft treten soll, haben künftig deutlich mehr Alleinerziehende Anspruch auf den sogenannten Unterhaltsvorschuss. Auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg kommen dadurch Mehrkosten von gut 750 000 Euro und ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand zu.

 Bislang sprang der Staat nur für Kinder bis zu zwölf Jahren und maximal für eine Dauer von 72 Monaten ein, wenn ein Elternteil der Unterhaltspflicht nicht nachkam. Künftig soll der Unterhaltsvorschuss ohne zeitliche Einschränkung bis zum 18. Geburtstag des Kindes gewährt werden. Je nach Alter liegen die Sätze zwischen 150 und 268 Euro. Ausgenommen von der Ausweitung auf 18 Jahre sind Kinder von Hartz-IV-Empfängern.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat im abgelaufenen Jahr rund 566 000 Euro an Unterhaltsvorschuss gezahlt. „Nach unserer Prognose könnten rund 1120 Kinder zusätzlich einen Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen haben“, sagte eine Sprecherin des Landkreises auf Anfrage dieser Zeitung. „Der zukünftige Kostenanteil wird sich prognostiziert bei 1,32 Millionen Euro bewegen. Dies ist aber nur eine Prognose“, so die Sprecherin. Fest stehe bisher nur, dass der Bund 40 Prozent der Kosten übernehme. Die Aufteilung zwischen Land und Kreis sei noch offen.

Anträge können erst gestellt werden, wenn das neue Gesetz in Kraft getreten ist. Dies ist zum 1. Juli geplant. Der Bundesrat muss dem Gesetzentwurf zuvor noch zustimmen. Die Kreisverwaltung rechnet mit starkem Andrang und will zwei zusätzliche Stellen schaffen.

Weitere Einzelheiten zu den gesetzlichen Änderungen beim Unterhalt lesen Sie in der WLZ vom 23. Mai

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