„Treffpunkt“ bietet Kindern von psychisch kranken Eltern kostenlose Gruppenstunden in Mittelzentren an

Kinder kämpfen in "Treffpunkten" gegen die Angst

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Dani Kesting und Silvia Ader laden ein: Nach den Sommerferien gehen die „Treffpunkt-Kids“ in eine neue Runde – ein Angebot für Kinder psychisch kranker Eltern.

Waldeck-Frankenberg. Kinder willkommen und Sponsoren gesucht: Die "Treffpunkte" in den vier Mittelzentren bieten nach den Sommerferien kostenfreie Gruppen für Kinder mit psychisch kranken Eltern an.

Manchmal können Mütter morgens kaum aufstehen, weil es ihnen die Depression unmöglich macht. Und Väter sind nicht ansprechbar, weil die Krankheit sie verändert. „Kinder sitzen dann oft auf der Bettkante und sind sicher, dass sie Schuld daran tragen, dass es ihren Eltern schlecht geht“, sagt Silvia Ader vom „Treffpunkt“. Und Eltern könnten darauf selbst nicht reagieren.

Dann will das Team vom „Treffpunkt“ helfen. Für psychisch kranke Erwachsene gibt es in den Zentren in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach längst vielseitige Angebote. „Aber es wurde Zeit, dass wir die Kinder stärker in den Blick nehmen“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Dani Kesting. Und deswegen rief das Team ein kostenfreies Angebot für Kinder psychisch erkrankter Eltern ins Leben: die Treffpunkt-Kids. Nach den Sommerferien startet die nächste Runde der kleinen, geschlossenen Gruppe. Einmal in der Woche treffen sich Kinder zwischen fünf und elf Jahren. „Wir haben pro Gruppe sechs Plätze, die wir vergeben können“, erklärt Dani Kesting. Und die waren im vergangenen Jahr auch gut besetzt. Zwei Stunden lang gilt dann alle Aufmerksamkeit den Kindern. „In erster Linie geht es darum, ihnen ihre Schuldgefühle zu nehmen und ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Dani Kesting, „das gelingt uns meistens, indem wir die Kinder über die psychische Erkrankung ihrer Eltern aufklären. Harte Arbeit bedeutet die Gruppenstunde zuweilen für die Kinder. „Aber jeder gibt nur so viel von sich preis, wie er mag“, betont die pädagogische Mitarbeiterin. Gemeinsam erarbeiten sie etwa einen Notfallplan oder drücken durch die Gefühlsampel aus, wie es ihnen geht. Und dann heißt es: toben, spielen, basteln, essen. „Denn das gehört auch dazu“, sagt Dani Kesting, „nicht nur Probleme wälzen“. 

Die Finanzierung läuft ausschließlich über Spenden. „Wir freuen uns sehr über die Vereine, Unternehmer und Privatleute, die uns unterstützen“, betont Silvia Ader. Zum Weitermachen sind allerdings weitere Spenden notwendig.

Anmeldung noch möglich

Die „Treffpunkt-Kids“ werden von den Psychosozialen Zentren in allen vier größeren Städten des Landkreises angeboten. Anmeldungen sind in Bad Arolsen unter Telefon 05691/628150, in Bad Wildungen unter Telefon 05621/96580, in Frankenberg unter Telefon 06451/72430 und in Korbach unter Telefon 05631/506900 möglich. (resa)

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